Rezensionen

Fantasy Rainbow – Bos Taurus

Fantasy Rainbow

Man muss schon sagen, die Geschichte um das Debüt-Album des gerade einmal 19 Jahre alten Songwriters Oliver Catt liest sich gar nicht schlecht. Nach seiner Debüt-EP “No Hope, Not Ever”, die er als Fantasy Rainbow früher in diesem Jahr veröffentlichte, wurde er nach Nashville eingeladen, wo er in einem Studio zusammen mit Grammy-Gewinner Vance Powell an seinem Debüt-Album schrauben durfte. Das Ergebnis klingt dann allerdings alles andere als nach weiter Welt, sondern hätte vermutlich auch genau so im Schlafzimmer von Catt entstehen können. Aber vielleicht spricht auch gerade das für die Produktion, nämlich, dass man sie kaum raushört, die Songs dennoch klar und sauber strukturiert klingen.

Wie schon bei der „No Hope, Not Ever“ EP ist auch „Bos Taurus“ geprägt von einem lässigen Slackersound, mit dem sich Catt unbekümmert durch die elf Songs seines Fantasy Rainbow Debüts spielt. Dabei legt er eine ähnliche LoFi-Mentalität an den Tag, wie etwa sein Landsmann von Milk Maid oder auch die Amerikaner von Cloud Nothings. Gedanken an den frühen Conor Oberst, bzw. Bright Eyes werden beim Hören jedoch auch wach.

Denn bei aller Coolness und Unbekümmertheit des Vortrags kommen die Songs nicht einfach wie 08/15 Indie-Rock-Nummern im LoFi-Gewand daher. Hier erlebt man einen Songwriter, der seine Geschichten erzählen möchte und sich dabei nicht an Konventionen von Popsongs hält. Er nutzt dafür so viele Worte wie er eben benötigt und verzichtet dabei auch häufiger mal auf direkte Eingängigkeit. Im Gegenzug spickt er die Stücke aber immer wieder mit kleinen Highlights und poppigen Elementen, die immer wieder aufhorchen lassen. Teilweise erinnert er damit an die großartigen Pavement, die auch lieber Geschichten erzählten, als Popsongs zu schreiben. Und dieser Weg scheint wie gemacht für Fantasy Rainbow. „Bos Taurus“ liefert keine direkten Hits, aber jede Menge Kleinigkeiten, die es zu entdecken gilt. Eingepackt in einen entspannten, sonnigen Indie-Rock-Sound. Im Grunde also alles, was man sich von einem Debüt-Album eines 19-jährigen Musikers auf dem Weg zum Erwachsenwerden wünschen kann.


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Discussion

  1. […] (via white tapes) Tweet var addthis_config = { "data_track_clickback":true; "services_compact":'studiVZ,meinVZ,Google'; }; […]

    Posted by » Video: Condomium von Fantasy Rainbow - Tanzendes Einhorn | November 7, 2012, 2:23 pm
  2. […] Kollegen von Whitetapes.de, die schon einen Bericht über das neue Album “Bos Taurus” geschrieben haben. Dabei trifft Ariane hier den Nagel auf den Kopf! Sie zieht Vergleiche zu Cloud Nothings, besonders […]

    Posted by Favourite Rainbow - Bos Taurus LP - Dailypop.de | November 8, 2012, 5:14 pm

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