Rezensionen

Eves Fruit – A Sharp Thorn Grows

Herr je, vor ein paar Tagen erreichte uns die Meldung, die Grunge- / Alternativerocker von Creed hätten sich wieder vereinigt. Unser Iain war zwischen der Frage hin und hegerissen, ob er das als Fan, der er mit 15 war nun cool finden, oder als inzwischen 10 Jahre älterer, aber noch lange nicht erwachser Anhänger der Indie-Musik doof finden muss. Einen Schluss konnte er bisher ebenso wenig ziehen, wie zu der Frage, ob man überhaupt dazu stehen darf Creed cool gefunden zu haben. Eigentlich auch egal, es führt jedenfalls im Zusammenhang mit der nun angekündigten Pearl Jam Tour und dem anstehenden neuen Album zu der Frage, ob Grunge denn wirklich tot ist. Da kann die Antwort eigentlich nur „nein“ lauten. Kein musikalisches Genre stirbt wirklich, es gibt immer Bands, die sich an ein Genre erinnern und sich ihm verschreiben und natürlich die Fans, die manche Bands noch nach Jahren hören.

Tief in den Bergen Österreichs scheint das Gedächtnis an Grunge auch noch lange nicht erloschen, denn von da, genau genommen aus Montafon, kommen Eves Fruit und liefern auf ihrem in Eigenproduktion entstandenen Debüt-Album ihr Gedenken an Grunge ab. Grunge bedeutet für das Quartett vor allem ein cooler Gitarrensound, lässiges Bassspiel und ein leicht blechernes Schlagzeug. Stimmlich versucht sich Sänger Jürgen Winkler bei Eddie Vedder einzureihen, er croont lässig, zieht die Vokale schön lang und zeigt sich meist von der ernsthaften Seite. Im grunge ist nun einmal keine gute Laune erlaubt, ein Klischee, das Eves Fruit voll ausleben und sich in Melancholie suhlen. Dabei bleiben sie auch immer zurück haltend und besinnen sich eher auf die ruhigen Aspekte des Genres. Hier kommt vermutlich der auf dem Myspace der Jungs erwähnte Singer-Songwriter Einfluss ins Spiel. Insgesamt wirkt „A Sharp Thorn Grows“ trotz unaufdringlicher Songs, ambitioniertem Arrangement und angenehmen Melodien beinahe beliebig. Der Sound ist nämlich so nah an den großen Vorbildern Soundgarden und Pearl Jam orientiert, dass er trotz guter Ideen und ausgereiftem Songwriting zu altmodisch wirkt, um sich im Vergleich zu aktuellen Bands wirklich nachhaltig einzuprägen.

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