Rezensionen

Everest – Ghost Notes

Everest machen es einem schwer, also richtig schwer, das heißt, richtig schwer ihre Musik nicht charmant zu finden. So ergeht es sogar Alan McGee vom britischen Guardian, der Everest neben u.a. Hatcham Social, als eine der wichtigsten Bands 2008 bezeichnet. Auch Neil Young ist ihnen erlegen und signte sie spontan für sein Label Vapor Records. Nach derlei Vorschlusslorbeeren veröffentlichten sie nun mit „Ghost Notes“ ihr Debütalbum.

Unter Musikern wird als „Ghost Note“ eine schwach angespielte, ruhige Note bezeichnet. Die Wahl des Albumtitels also gleich als Marschrichtung? Eben das, denn „Ghost Notes“ ist eine Ansammlung von ruhigen, melancholischen und atmosphärisch dichten Alt.Country-Songs, musikalisch irgendwo zwischen Wilco, Band Of Horses und Neil Young. Die Melodien immer sanft und der Gesang von Frontmann Russel Pollard fast lakonisch und weich. Das ganze noch mit einem gewissen Neohippiecharme angereichert. So ergibt sich eine Mischung, die extrem zugänglich ist und den Gehörgang soft umschmeichelt, mit Songs, die einen nicht greifbaren, aber angenehmen Charme besitzen. Der Knackpunkt ist nun, aber dass die Songs auch keine greifbaren Höhepunkte vorweisen können, was „Ghost Notes“ fast zu einer verträumten Hintergrundbeschallung herabstuft, obwohl in der Gesamtheit der Komposition so viel Schönheit liegt und es keine Ausrutscher nach unten gibt. Kurz gesagt dem Album fehlt ein Hit um wirklich einpräsam zu sein. So bleibt ein charmantes Debüt einer Band, die über viel ungenutztes Potential zu verfügen scheint, dass sie vielleicht auf dem Zweitwerk voll entfalten werden.

Everest – Video zu Trees (Regie: Gus Black):

httpv://www.youtube.com/watch?v=euGxs1C7rfA

Myspace der Band
Homepage des Labels

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