Rezensionen

Eugene McGuinness – The Invitation To The Voyage

Eugene McGuinness - Invitation To The Voyage

Fast vier Jahre sind nun schon seit dem Release des Eugene McGuinness Mini-Albums „The Early Learnings Of…“ und seinem selbstbetitelten Debüt-Album vergangen. Das mittlerweile 27jährige Popwunderkind war aber seitdem keineswegs untätig. Bereits 2009 veröffentlichte er mit andere Band (inklusive seines Bruders) ein Album Namens „Glue“ mit dem Nebenprojekt Eugene & The Lizards und unterstützte in der Folgezeit zahlreiche Bands im Studio oder auch auf der Bühne. Darunter zum Beispiel Arctic Monkeys Frontmann Alex Turner. Bei dem schaute er sich denn auch den Friseur ab und präsentiert sich nun auch mit 50er Jahre Tolle.

Die Musik passt natürlich auch zum neuen Look, zu dem auch noch ein schmal geschnittener Anzug und Videos im James Bond Look gehören. Und ganz wie der britische Geheimagent nimmt sich McGuinness das beste aus der Vergangenheit und verbindet es auf so charmante Art, dass es keineswegs altbacken klingt, sondern zu einem hochmodernen Opos wird. Okay, der Begriff Opus ist vielleicht etwas hochgegriffen, aber ohne Zweifel lässt sich sagen, dass „The Invitation To The Voyage“ eine großartige Reise durch fünfzig Jahre Musikgeschichte ist, die an keiner Stelle altmodisch wirkt.

Das beginnt schon im Opener „Harlequinade“, in dem McGuinness wieder einmal sein Talent für mitreißenden Pop unter Beweis stellt. Eine verspielte Melodie trifft auf vertrackte Soundflächen und wird mit einem großen Refrain und viel Feingefühl zu einem fesselnden Stück Pop. Da stört auch der kurze Abstecher in Richtung Hymnencharakter nicht, denn an der nächsten Ecke wartet auch schon ein kleines Experiment, das darauf wartet entdeckt zu werden. Die erste Vorabsingle „Lion“ ist wieder eine dieser Up-Tempo-Nummern, die McGuinness schon 2008 so auszeichneten. Zurecht werden hier Erinnerungen an „Monsters Under The Bed“ wach, ist das Stück doch ähnlich eingängig und gleichzeitig so durcheinander. In ruhigeren Momenten offenbart der junge Brite sein ganzes Soultalent und führt mit smarter Gelassenheit durch romantische Kleinode, bei denen er eine ähnliche Stimmung wie Rufus Wainwright einzufangen vermag und stimmlich manchmal in die Nähe von Damon Albarn rückt.

Eigentlich kann man Eugene McGuinness bei seinem zweiten Album „The Invitation To The Voyage“ nichts vorwerfen. Er verbindet darauf die Stärken seiner ersten drei Veröffentlichungen und lässt sich Schwächen dabei aus. Einzig das letzte Puzzleteil, das die Songs zu zeitlosen Klassikern und Eugene McGuinness zu seinem finalen Durchbruch verhelfen könnte scheint manchmal zu fehlen. Das ist aber ein so abstraktes Element, dass man „The Invitation To The Voyage“ dennoch als das bisher konsistenteste und zwingendste Album von Eugene McGuinness bezeichnen kann. Und wenn er auf diesem Niveau weiterarbeitet wird der Durchbruch von selbst kommen.


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