Rezensionen

Eugene McGuinness – The Early Learnings of Eugene McGuinness

Vor gut einem Jahr veröffentlichte der junge Liverpooler Eugene McGuinness (rein optisch eine Mischung aus dem jungen Paul McCartney und John Cusack) sein Debütalbum „The early learnings of Eugene McGuinness“ und traf damit genau den Geschmack der Kritiker, die Fanscharen bleiben ihm noch verwehrt, aber das kann sich ja noch ändern. Jetzt also gönnt uns Domino Records auch einen Release dieses Debüts hierzulande, vielleicht mit dem Gedanken, hmm, Adam Green und Rufus Wainwright funktionieren auch super in Deutschland.

So weit also zu möglichen Querverweisen, die einem beim Hören von „The early learnings of Eugene McGuinness“ in den Sinn kommen. Das Genre in dem sich das abspielt heißt Neofolk, im eigentlichen Sinne geht es darum klassische Strukturen von Singer- Songwritersongs zu durchbrechen und mit eigenen, meist überraschenden, bzw. untypischen Elementen zu füllen. Eugene McGuinness tut dies auf eine sehr erfrischende Art, ohne aufgesetztes sich abheben wollen, wie bei Adam Green und ohne übertriebenen Pathos, wie bei Rufus Wainwright (bei dem allerdings auch gerade die Übertreibung die Kunst darstellt, aber dazu sicherlich beim nächsten Album mehr). Eugene legt eine enorme Dramatik in seine Songs, mischt dazu noch Percussions, Klavier, Wurlitzer, Keyboards und Gitarre. Daraus entstehen mitreißende Songs, wie z.B. „Monsters under the Bed“, das mit Handclaps und schrägem Chorgesang einen der Hits des Albums darstellt. Auch ganz groß, die Art, wie Eugene „Twinkle twinkle little Star“ in den Song „Bold Street“ einbaut, so als wäre der Song nur für ihn geschrieben. Lobend hervorzuheben dann auch noch der beste Song des Albums „A Girl Whom My Eyes Shine For But My Shoes Run From“, nur mit Gitarre und Gesang entwickelt sich hier ein ganz großer Popsong, der schnell ins Ohr geht und dort tagelang als Ohrwurm weiter nachhallt. Einziges Manko an den Songs, die meisten sind mit zweieinhalb Minuten leider recht kurz geraten, positiv gesehen kommt Eugene McGuinness eben schnell auf den Punkt. Das bringt die 8 Songs dann auf knapp 27 Minuten, in denen dieser junge Liverpooler beweist, dass etwaige Vergleiche mit Ed Harcourt und Rufus Wainwright absolute Berechtigung haben. Talentierte Musiker aus Liverpool dürften nun auch wirklich keine Überraschung darstellen.

Video zu „Monsters Under The Bed“

httpv://www.youtube.com/watch?v=Lb1YMQYqcd0

Myspace von Eugene McGuinness

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