Rezensionen

Eugene McGuinness – Eugene McGuinness (s/t)

Wenn Eugene McGuinness Musikfans mit seinem Debüt-Minialbum „The Early Learnings Of Eugene McGuinness“ eines gelehrt hat, dann dass ein homogener Sound für ihn Langeweile bedeutet. So erwartete den Hörer eine wilde 27-Minütige Reise durch die Musikstile. Dabei bewies er in 8 Songs eine ähnliche Wandelbarkeit, wie David Bowie während seiner gesamten Karriere. „The Early Learnings“ stellte für McGuinness auch eine wichtige Lektion dar, es „war gut, und es hat mir Spaß gemacht, zum ersten Mal im Studio mit all den Spielzeugen und blinkenden Lichtern zu sein“.

Nach der Übungsrunde folgt nun für Eugene McGuinness also die erste Runde auf Albumlänge, für ihn ganz offensichtlich mit einigem Stolz verbunden, benennt er es doch ganz schlicht nach sich selbst. Eine Konstante ist bei allem Stilmix auf „Eugene McGuinness“ dann allerdings doch auszumachen, die Stücke tändeln zwischen schnelleren, rockigen Stücken und ruhigeren, poppigen Stücken, alle etwas rau und mit großer Liebe ausformuliert. Der Opener „Rings Around Rosa“ ist ein Brit-Pop Meisterstück, an dem Blur ihre helle Freude gehabt hätten. „Fonz“ ist ein waviger Post-Punk-Bastard, der ins Ohr geht und sich mit seinem Refrain auf ewig festsetzen möchte. Aber auch die ruhigeren Stücke, wie „Wendy Wonders“, „Those Old Black And White Movies“ und „Atlas“ sind auf ihre unterschiedlichen Arten, stets melancholisch angehaucht, Beweis für das songwriterische Geschick des jungen Engländers. Auf der ersten Single „Moscow State Circus“ präsentiert sich McGuinness von seiner bombastischen Seite, mit Männerchor, einem vollen Bandsound und eingängigen Beats ist der Song auch einer der größten Hits des Albums. Eugene McGuinness bringt mit einfachem und ganz klassischem Songwriting die letzten 50 Jahre Musikgeschichte in knapp 40 Minuten auf den Punkt. Das Produkt ist einzigartig und in Anbetracht des Alters von Eugene McGuinnes ganz erstaunlich.

Video zu „Moscow State Circus“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=KC-0oiKD1QI

Myspace von Eugene McGuinness
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