Rezensionen

Esben & The Witch – Violet Cries

Das Trio von Esben & The Witch kann sich nicht beklagen, dass sie erst zu spät in den Fokus von Fans und Kritikern gelangten. Genau genommen gerieten sie sogar sehr früh ins Rampenlicht. Ende 2009 veröffentlichten sie ihre Debüt-EP „Skeleton Swoon“ und fanden sich auch schon Ende des Jahres in der BBC Liste Sounds of 2010 wieder. Beste Voraussetzungen also für einen Blitzstart. Das Trio ließ sich aber noch Zeit und beschränkte sich 2010 zunächst auf 2 EPs, eine Tour und ein paar Festival-Auftritte. Anfang 2011 wollen sie nun mit ihrem Debüt den Vorschusslorbeeren gerecht werden und blasen mit ihrem Sound zum Angriff auf ausgetretene Pfade.

Der Angriff erfolgt dabei aber höchst subtil und langsam schleichend. Genau, wie sie dem Wirbel um sich noch Zeit ließen, geben sie ihren Kompositionen Zeit. Langsam bauen sie düstere Soundlandschaften auf. Im Opener „Argyria“ zunächst nur mit einem Bass und ein wenig Feedback, mit dem Esben & The Witch einen düsteren Nebel aufziehen lassen, der mit Gitarre und dem Klagen von Rachel Davies noch weiter verdichtet wird. Schaurig schön jault sie im Hintergrund, bevor die Gitarren lauter einsetzen, die Drums schnarren und man nicht an ein Märchen denkt, dem die Band ihren Namen entlehnt hat, sondern vielmehr an das Blair Witch Project denkt. Gegen Ende lichtet sich der Nebel etwas, man bleibt gehetzt stehen und lauscht Rachel Davies, deren elfenhafter Gesang wie ein Licht im Dunkel des Waldes wirkt. „Nightmare Pop“ nennen Esben & The Witch das und treffen damit den Nagel auf den Kopf. „Marching Song“ ist ein weiteres Wave-Pop-Perlchen, das mit starker Melodie und klugen Ideen zu begeistern weiß. Mit viel Bass, dem mitreißenden Gesang von Rachel Davies und viel Feedback lassen Esben & The Witch regelrechte Soundgewitter auf den Hörer niederprasseln. Die fordern den Hörer immer wieder heraus und man trotz aller Anstrengung in entrückten und sperrigen Kompositionen, wie „Light Streams“ kann man sich der düsteren Faszination dieser Stücke kaum entziehen. Das macht „Violet Cries“ zu einem herausforderndem, atmosphärischem Album mit einzigartiger Faszination.

Rating: ★★★★☆
Esben & The Witch

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  1. […] Jahre nach ihrem Debüt “Violet Cries” legten die Brightoner von Esben and the Witch im letzten Jahr mit “Wash The Sins, Not Only […]

    Posted by Esben & The Witch – neuer Song “No Dog” im Stream | WhiteTapes | Februar 7, 2014, 1:52 pm
  2. […] Jahre nach ihrem Debüt “Violet Cries” legten die Brightoner von Esben and the Witch im letzten Jahr mit “Wash The Sins, Not Only […]

    Posted by Esben and the Witch – Video zu “No Dog” | WhiteTapes | März 6, 2014, 4:58 pm
  3. […] Jahre nach ihrem Debüt “Violet Cries” legten die Brightoner von Esben and the Witch im letzten Jahr mit “Wash The Sins, Not Only […]

    Posted by Esben and The Witch – neuer Song “Butoh” im Stream | WhiteTapes | April 3, 2014, 10:15 am

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