Rezensionen

Erik Penny – Bend

Von Potsdam über New York, nach Texas, dann nach Los Angeles und zurück nach Berlin. Das ist ganz schnell umrissen der Lebensweg des amerikanischen Mannes mit Gitarre, Erik Penny. Wenn man derart herum kommt, lernt man natürlich auch jede Menschen kennen und macht dabei sogar einige Freunde. In Los Angeles knüpfte Erik beispielsweise enge Kontakte zu Germany’s darling Gus Black. Der hat nach wie vor in Deutschland mehr Erfolg, als in seiner amerikanischen Heimat, ist dennoch noch immer nicht übergesiedelt. Auf einer kleinen Tour durch Deutschland merkte Erik Penny anscheinend, dass das deutsche Publikum junge Männer mit Gitarre und schönen Songs immer warm Willkommen heißt und so siedelte er sich in Berlin an.

Dort tummelte er sich auch ein wenig in der lokalen Szene und lernte jede Menge Mitstreiter für sein erstes in Deutschland produziertes Album kennen. Als Co-Produzent gewann er Simon Frontzek von Tomte, ans Schlagzeug setzte sich Sebastian Madsen und den Bass / das Cello übernahm Frederique Labbow von Die Happy. Damit dürfte auch die Frage nach der musikalischen Ausrichtung von „Bend“ recht einfach zu klären sein, nämlich ganz einfach Pop. Singer-Songwriter-Pop, der sich am einfachsten in der Nähe seines Buddys Gus Black verorten lässt. Penny hat eine warme, sanfte Stimme, mit der er von Beobachtungen und Gegebenheiten in seiner neuen deutschen Heimat berichtet. Da geht es um Pärchen, die sich unter seinem Wohnzimmerfenster streiten, Mädchen, die verloren im strömenden Regen auf der Straße stehen und ins Schaufenster einer Boutique starren und den täglichen Druck, der von der Gesellschaft auf einen ausgeübt wird. Dabei macht Penny mit üblichen Songwriter-Pop Mitteln eigentlich nicht viel falsch, zeigt aber auch wenig eigenes. Die Songs schmeicheln sich alle ins Ohr des Hörers, tun nicht weh, wollen aber auch nie so recht hängen bleiben. Das einzige, was Penny dann doch ein wenig von der Masse anderer Männer mit Gitarre abhebt ist seine charakteristische Stimme, mit der er mit etwas abwechslungsreicheren Stücken aus Radiopop ein wirklich fesselndes Singer-Songwriter Album hätte machen können. Was nicht bedeutet, dass sich „Bend“ nicht doch ab und zu als geeigneter Soundtrack zum putzen, dem Sonntagskaffee, oder auch nur als unaufdringlicher Begleiter bei der Arbeit eignen würde.

Rating: ★★★☆☆
Erik Penny
Video zu „Easier Life“ (directed by Gus Black)

Myspace // Label

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