Rezensionen

Emanuel and the Fear – The Janus Mirror

Emanuel and the Fear - The Janus Mirror

„Was ist denn da los?“ fragten wir uns, als wir die Amerikaner von Emanuel and the Fear Anfang des Jahres auf ihrer Akustik-Tour in Münster sahen. Das Konzert, das unplugged und als Special-Acoustic-Show angekündigt war sollte nämlich von der Lautstärke Bands wie Muse überbieten, die mit viel Tamtam, Verstärkern und Riesenequipment auftreten. Sänger Emanuel Ayvas steigerte sich auch von seiner Gesangslautstärke in sein Set, als würde er vor mehreren tausend Menschen spielen und strahlte eine ähnliche Präsenz aus. Die Band versteht es also mit einer großartigen Intensität zu performen. Das zeigten sie auch auf dem diesjährigen Haldern Pop, wo sie in gleicher Besetzung und nun mit Verstärkern und Festivalboxen genau so laut waren, wie in Münster. Mit „The Janus Mirror“ veröffentlicht die Band nun ihr zweites Album. Bereits auf der Tour stellten Emanuel and the Fear viele der Songs vor. Der Titeltrack „The Janus Mirror“ zeigt dann auch gleich die gesamte Intensität und Kraft der Band. Langsam baut sich der Song auf, zunächst sing nur Violinistin Liz Hanley. Nach dem Intro folgt ein Bruch, nach dem Streicher, Gitarren, Drums und Flöten in ein waghalsiges Prog-Rock-Feuerwerk einsteigen, bei dem sich Sänger Emanuel Ayvas mit leicht paranoidem Unterton durch das Stück singt. Er windet sich durch die Refrains, hält dann wieder inne, nimmt wieder Fahrt auf und schreit dann alles heraus.

Der Fünfminüter „Samuel“ schließt genau da an. Schwere Gitarren und eine druckvolle Instrumentierung peitschen Emanuel und Liz durch den Song, die mit vollem Stimmvolumen dagegen halten und auf diese Art ein opulentes Stück Rock erschaffen, das sich tief vor dem Prog-Rock der 70er verneigt. Bei „Grey Eyes“ hält die Band mit zurückgenommener, von Streichern getragener Instrumentierung etwas inne, um sich dann im Laufe des langsam wachsenden „Wooble“ gegen Ende wieder richtig auszutoben. „Looooooooove, when will I see you again / Loooooooove I swear this time I can handle it“ schreit Emanuel hier so laut heraus, dass es nicht nur bis hoch ans Himmeltor, sondern auch bis an die Höllenpforte dringen dürfte. In knapp 45 Minuten bietet „The Janus Mirror“ eine wilde Reise durch ausufernde Rockarrangements und zurückgenommene Streicherpassagen. Diese dauert zwar an der Zahl nur acht Songs, findet aber mit dem wunderbar melodramatischen „All We All“ einen herrlichen Abschluss für „ein Indie-Prog-Rock-Meisterwerk“, wie es die Stadtrevue beschreibt.

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