Rezensionen

Elias – German Angst EP

„Ein Elias geht um in Deutschland“, sagen Elias auf ihrem Myspace. Auch bei uns geht er um, zumindest wenn man den Google-Suchen glaubt, die auf unsere hübsche Seite führen. Kein Wunder, plauderten doch bereits im Frühjahr 2008 die Münsteraner Jungs von Videoclub im Interview mit uns davon, dass sie gern einmal einige Sachen zusammen mit Henning von Neon Sleep aufnehmen möchten, um die perfekte Symbiose von Indie und Elektro zu schaffen. Was das jetzt mit dem Namen Elias zu tun hat? Ganz einfach, im gleichen Interview meinten Videoclub auch, dass Thees Uhlmann, ja der vom Grand Hotel und Tomte, der Band dazu geraten habe auf Deutsch zu singen und sich in Elias umzubenennen.

Kurzerhand wurde also dieser Insidergag zum Projektnamen für Henning (Neon Sleep), Jurek und Ramón vom Videoclub und Holgar, einem guten Freund der Drei. Auch die Idee, die beiden Stile der Bands zu vermengen wird verworfen zu Gunsten einer ganz neuen Idee: melodieverliebter Indiepop mit deutschen Texten. Den präsentieren die vier nun auf ihrer ersten, in Eigenregie veröffentlichten und über alle bekannten Download- und Onlineplatten-Händler erhältlichen, EP „German Angst“. Dabei verknüpfen sie dann die Stärken ihrer Hauptbands zu dichten und vor allem eingängigen Popsongs. Smartes Gitarrenspiel, dem sogar mal das ein oder andere Riff eingeräumt wird, trifft auf verspielte Keyboardsounds und gekonnt eingesetzte Synthieklänge. Dabei ergeben sich schmachtende, immer gut gelaunte Songs, wie „Neuigkeiten vom Südpol“ mit tollem Refrain und einem schillernden Popgewand. Besonders hervorzuheben sei dabei auch noch der Song „Mein Herz ist kein Schlagzeuger“ mit tollem Titel, schöner Rhythmik und dichtem Spannungsbogen. Das alles  ist in Zeiten von Elektro- und Weltmusik-Trends im Indie vielleicht nicht wirklich zeitgemäß, aber sehr unterhaltsam und vielleicht sogar mutig. Fans von Fotos, den Berliner Mikroboy oder sogar Echt werden an Elias sicherlich Gefallen finden, alle anderen sollten sich aber auch unbedingt trauen, denn auch wenn Pop drauf steht ist viel Tiefe drin.

Bei Last.fm in voller Länge hören

Akustikperformance zu „Neuigkeiten vom Südpol“

httpv://www.youtube.com/watch?v=IrFr16fxeZk

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