Rezensionen

Electricity In Our Homes – Dear Shareholder

Der Verlauf in der Indie-Branche ist ja mittlerweile häufig so: Indie-Band wird gegründet, wird entdeckt, veröffentlicht ein paar Singles und spätestens zwei Jahre nach Gründung das Debüt. Mit etwas Glück darf die Band ein bis zwei Jahre später noch einen Nachfolger veröffentlichen und knapp fünf Jahre nach Gründung stehen sie dann auch schon an ihrem Ende. Es gibt aber auch Bands, die lassen es trotz von der Presse sehr gelobten Singles und Live-Shows langsam angehen und brauchen erst einmal fünf Jahre, bis es überhaupt ein Debüt von ihnen gibt.

Die drei Briten von Electricity In Our Homes gehören zur letztgenannten Sorte Indie-Bands. In den letzten fünf Jahren veröffentlichten sie unter anderem Singles auf 4AD, spielten Supportshows für namhafte andere Bands und hatten einige hochgelobte Festivalauftritte. Fünf Jahre nach ihrer Gründung veröffentlichen sie jetzt das Debüt „Dear Shareholder“. Darauf haben sie es ebenfalls nicht allzu eilig. Mit ziemlicher Coolness und einer angenehmen Ruhe spielen sie schrammeligen Indie-Rock irgendwo zwischen Pavement, Pete & The Pirates, The Wave Pictures und The Charlatans.

Die Songs beginnen meist ziemlich unaufgeregt mit einer großen DIY-Note. Überall summt, klackert und surrt es. Darüber singt die Band mit einer typisch britischen Note, die den Songs des Trios einen tollen Charme verleiht. Dabei scheuen sich die Briten auch nicht vor Pop-Melodien und reichern ihre kleinen Schrammel-Stücke immer wieder mit verspielten Elementen an.

Ob die Band sich nun wirklich fünf Jahre hätte Zeit lassen müssen mit diesem Debüt ist allerdings so eine Sache. Denn trotz fünf Jahren als Band geht ihnen jegliche Reife völlig ab und auch so etwas wie einen eigenständigen Soundcharakter haben sie in diesen fünf Jahren nicht entwickelt. Viel zu oft klingen die Songs einfach nach Versatzstücken aus den genannten Bands. Das liegt aber vermutlich an den Besetzungsänderungen, die eine Soundwandlung mit sich brachten. Von der rauen Indietruppe, die ein wenig nach The Horrors und Neil’s Children klang, ist heute nichts mehr übrig (bei den Horrors ja aber auch nicht mehr).

Dennoch ist „Dear Shareholder“ natürlich ein durchaus gefälliges Stück Indie-Rock mit sonniger Note.

Electricity In Our Homes auf Tour:

11. April, Leipzig, Schubladen Konsortium / Ilses Erika (w/ Big Sir)
12. April, München, Ampere (w/ Big Sir)
14. April, Berlin, White Trash


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