Rezensionen

Elbow – Build A Rocket Boys!

Knappe 20 Jahre haben Elbow aus Manchester nun schon als Band auf dem Buckel. Vor genau 10 veröffentlichten sie ihr Debüt „Asleep In The Back“ und erreichten gleich Platz 14 der englischen Charts und Goldstatus. Seitdem gehörte die Band immer zur vordersten Front des Britpop und schaffte es im Gegensatz zu vielen anderen erfolgreichen Bands immer Kritiker und Fans gleichermaßen zu überzeugen. Zuletzt 2008 mit „The Seldom Seen Kid“, ein Album, das die Band endgültig unsterblich machte und ihr Doppelplatin und einen Mercury Prize bescherte. Für Elbow war es eindeutig der richtige Zeitpunkt in ihrer Karriere für einen solchen Erfolg. Nach fast 20 Jahren in der Musikszene konnten Guy Garvey und seine Mannen alles was um sie geschah und richtig einordnen, ohne abzuheben.

Bereits ein Jahr nach dem Release von „The Seldom Seen Kid“ begannen die Mancunians die Arbeiten an neuen Songs und fanden sich 2009 und 2010 immer wieder zu Aufnahmen in den heimischen Blueprint Studios ein. Ohne jeden Druck sollte der Nachfolger zum größten Erfolg der Bandgeschichte entstehen. Zumindest wirkt es beim hören von „Build A Rocket Boys!“ so, als hätte nicht der geringste Druck bestanden. Mit ruhigen Tönen und im besten Sinne schluffig schichtet die Band in knapp 8 Minuten im Opener „The Birds“ eine Soundschicht auf die andere. Sänger Guy Garvey klingt dabei gewohnt schwelgerisch und verleiht den Stücken damit den typischen Elbow-Charme. Die Band sucht ihr Heil auch in der Folge vor allem wieder in der Reduktion. Bei „Lippy Kids“ beschränken Elbow die Instrumentierung beinahe komplett auf ein leise klimperndes Klavier, um sich gegen Ende mitsamt zärtlich mitsummendem Chor zu einem ersten kleinen Gänsehautmoment aufzuschwingen. Elbow setzen die Ausrufezeichen nicht mit ausufernder Instrumentierung, sondern mit wohl dosierten großen Gesten und cleverem Songwriting. Die direkten Hits, wie „Ground for Divorce“ fehlen vielleicht im ersten Moment, aber darauf haben es Elbow auch gar nicht angelegt. Spätestens im dritten Durchgang nutzen die Songs den ihnen gegebenen Raum, um zu etwas ganz großem zu erwachsen. Und nicht zuletzt dank des absolut packenden „Open Arms“ festigen Elbow wieder ihren Status in der englischen Musikszene und präsentieren mit „Build A Rocket Boys!“ wieder ein Album, mit dem sie Fans und Kritiker wieder gleichermaßen überzeugen dürften.

Rating: ★★★★★
Elbow

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