Rezensionen

Eight Legs – The Electric Kool-Aid Cuckoo Nest

Vor etwas mehr als einem Jahr veröffentlichten die Eight Legs mit „Searching For The Simple Life“ ihr Debüt-Album, dass die Jungs im Teenager-Alter zu den Lieblingen der Indie-Mädchen und -Jungs machte. Aus guten Gründen, schließlich marschierte das Quartett zackig voran und lieferte kurzweilige Indie-Rock-Songs mit großem Tanz-Faktor. Doch, die Eight Legs scheinen schneller erwachsen zu werden, als den Fans lieb sein wird. Schon auf ihren Konzerten im Herbst stellten sie neue Songs vor, welche die Eight Legs vor allem von ihrer entspannteren Seite zeigten.

Das Erwachsenwerden hat sich dann auch bei den Albumaufnahmen fortgesetzt. Die meisten der Eight Legs sind ja nun auch fast schon keine Teenager mehr, da müssen Inhalte her. Das scheint die Band vor allem sich selbst beweisen zu wollen und präsentiert gleich mit dem Album-Titel eine Anspielung Tom Wolfes Klassiker „The Electric Kool-Aid Acid Test“, über die Anfänge der Hippie-Bewegung. Hippies und Eight Legs, geht das zusammen? Klar, weil die Eight Legs diesen Einfluss geschickt verarbeiten. So schrammeln sich die Eight Legs dann auch entspannt und lässig durch elf neue Songs und beweisen vor allem, dass sie nicht nur Poser in Röhrenjeans sind. Diese gewollte Hinkehr zu lässigen Mid-Tempo Gitarrensongs gerät dann stellenweise allerdings derart unaufgeregt, dass nichts so richtig hängen bleiben möchte. Sänger Sam Jolly leiert die Songs mit tiefer Stimme runter und die Band musiziert locker nebenher. Die Single „I Understand“ und das bereits von Konzerten bekannte, etwas mehr nach vorn gehende „I Wish I Was The Sixties“ brechen dann wieder etwas aus und bieten sich auch als potentielle Ohrwürmer an. Die Band strebt nebenher mit Geigen, Klavier, einer Jazzorgel und anderen Spielereien um eine Erweiterung des Soundkosmos. Die Integration dieser Elemente stört nicht, sondern gelingt völlig unproblematisch und hübscht Songs wie „Dystopian Not So Future“ dann noch zusätzlich auf. Das macht in der Summe 40 Minuten entspannte, unaufgeregte Indie-Songs, die im ersten Moment nicht das Hit-Potential des Debüts aufweisen, dafür aber vielleicht eine höhere Halbwertszeit besitzen werden.

Rating: ★★★½☆
Eight Legs
Das Album gibt’s auch auf dem Myspace der Band (Achtung Farben!) im Stream, die Band ist übrigens ab Freitag auf Tour

Video zu „I Understand“

Interview // Myspace // Label

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