Rezensionen

Eels – Hombre Lobo

2005 veröffentlichte Mark O. Everett mit seinem „Blinking Lights And Other Revelations“ wohl sein bisher größtes Werk, das Fans und Krtiker gleichermaßen in Entzückung versetzte. Weniger entzückend dagegen seine letztjährige Deutschland-Tour, bei der E, wie er sich gern nennt, sich berufen fühlte, seinem Publikum das Lebenswerk seines verstorbenen Vaters etwas näher zu bringen. Was folgte war eine gefühlt nie enden wollende Doku, die E über seinen Vater, einen Raktentechniker, gedreht hatte und dem physiskalisch und technisch interessierten Fans sicher etwas beibringen konnte. Ich habe auch nichts gegen gut gemachte Dokumentationen, wenn man allerdings für die Musik da ist und bereits der fabelhafte Gus Black den Abend mit Musik von der wunderschönen Sorte eröffnet hat, dann möchte man auch, dass es so weiter geht.

Auch während seines Sets hielt sich E mit langen Geschichten und ewigen Monologen auf, so dass es kein Wunder war, dass einige Fans bereits nach der Hälfte seines Sets gingen. Was das nun mit dem neuen Eels Album zu tun hat? Im Rahmen der erwähnten Deutschland-Tour beschäftigte ich mich erstmals mit E und „Blinking Lights And Other Revelations“. Die Erkenntnis vor dem Konzert führte mich zu der einfachen Erkenntnis, dass E’s musikalisches Schaffen gar nicht einmal so spannend ist. Seine Biografie zwar tragisch, die Musik zwischen Blues-Rock und Folk aber von meinem ganz subjektiven Standpunkt aus gesehen eher konservierte Langeweile. Die Ansätze, warum Fans sich für E faszinieren und sehnsüchtig jede Veröffentlichung herbeisehnen sind vage erkennbar aber überzeugten mich auch nie zwingend. Nun vier Jahre nach „Blinking Lights And Other Revelations“ und ein Jahr nach einem eher suboptimal gelungenem Konzerterlebnis veröffentlicht der bärtige Aal sein neues Album „Hombre Lobo“. „12 Songs Of Desire“ steht noch als Unterzeile auf dem Album-Cover. E manövriert sich mit durchaus markanter Stimme durch 12 Songs, die mal laut und dreckig bluesig sind und mal still und wehklagend. Das gerät sogar manchmal fast unterhaltsam, aber das scheinbar tiefe Verlangen der tragischen Figur möchte nicht so recht rüber kommen. Ich habe E durchaus eine Chance geben wollen, denn ein Musiker, der seit 1992 in stetiger Folge Alben veröffentlicht, mit denen er viele Menschen begeistert, verdient großen Respekt. Dennoch kann er nun einmal nicht jeden erreichen und so muss ich leider attestiteren, dass E nicht mein Herz, dafür aber mein Langeweile-Zentrum sehr berührt hat. Schade eigentlich.

Rating: ★★½☆☆
Eels

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