Rezensionen

Eaves – What Green Feels Like

Eaves – What Green Feels Like

Im Januar 2014 war es, dass wir euch erstmals den britischen Singer-Songwriter Joseph Lyons alias Eaves vorstellten.

Mit dem Stück „Spin“ spielte er sich damals in unser Herz, weshalb wir sicher gingen, ihn auf jeden Fall im Auge zu behalten. Auch in den nächsten Monaten konnte man einen Songwriter sehen, der sich zwar einem altmodischen Sound verschrieben hat und mit seinen Songs eine Verneigung vor seinen Vorbildern Alexi Murdoch und Willy Mason zeigte, doch war da noch mehr, als nur dieser klassische Songwriter-Sound.

Vielleicht sorgte ein gewisser Einfluss aus der Metal-Szene, deren Musik Joseph laut eigener Aussage auch sehr zugeneigt ist, dafür, dass in den Songs immer eine ganz eigene Note mitschwang. Auch, wenn kein Metal-Einfluss zu hören ist, hat sich Joseph für Eaves bei Herangehensweisen und Songstrukturen des Genres ein wenig inspirieren lassen und so in der Folge mit Stücken, wie „Pylons“, „Timber“ und „As Old As The Grave“ eine neue Note in das leicht angestaubte Bild des Singer-Songwriters gebracht.

So ziehen die britischen Medien derzeit Künstler, wie Neil Young und Nick Drake als Referenzen heran, um die Musik von Eaves zu beschreiben. Ebenfalls zwei Songwriter, die das Songwriter-Genre um neue Noten bereichert haben und in deren Klangkosmos sich Joseph wohl auch nicht allzu unwohl fühlt. Doch hebt er sich gerade von Nick Drake recht klar ab, denn die meisten der Songs auf „What Green Feels Like“ sind mit einer vollständigen Band eingespielt und zeigen den jungen Musiker aus Leeds eine Spur bombastischer, als noch auf seiner Debüt-EP „As Old As The Grave“. Schon der Opener „Pylons“ hat wenig mit der Demo von vor einem Jahr zu tun.

Doch auch die ruhigen Momente kommen nicht zu kurz. Das Stück „Spin“ hat seine ruhige Struktur behalten und ist ein Song geblieben, der über fünf Minuten als klassisch instrumentiertes Singer-Songwriter-Stück, irgendwo in der Nähe von Elliott Smith daherkommt. Ein Stück, in dem er sich, wie auf dem größten Teil des Albums, Gedanken über die Liebe, Leben und Tod und alltägliche Sehnsüchte macht. „As Old As The Grave“ bietet dann einen Sound mit starker Americana Note, bei dem Joseph das Kunststück schafft, die spirituelle Note von Led Zeppelin mit bombastischem Folk zu verbinden und dabei sogar noch für eine Gänsehaut zu sorgen.

Auf der zweiten Albumhälfte hört man dann die deutlichste Referenz für den Eaves Sound. In der Piano-Ballade „Timber“, dem sanft auf einer E-Gitarre gezupften „Alone In My Mind“ und dem ausufernden „Purge“, hört man einen Songwriter in bester Jeff Buckley Tradition, der zwischen spirituellen Klängen, jazzigen Elementen, Folk und rockigeren Strukturen umher springt und sich dabei stimmlich von einem extrem ins andere wagt. Am deutlichsten wird die Jeff Buckley Referenz dann beim wunderschönen Album-Closer „Creature Carousel“. Ein Stück, das Eaves klanglich in der Nähe der „Sin-É“ Sessions und Buckley’s Interpretation von „Hallelujah“ zeigt und das einen Gänsehaut-erzeugenden Abschluss für „What Green Feels Like“ liefert. Ein gelungenes Ende für ein gelungenes Album, für das man Eaves eine ebenso große Karriere wünscht, wie sie seine Referenzen erleben durften.

Eaves auf Deutschland-Tour

19. Mai 2015, Köln – Blue Shell (Support: Precious Few)
20. Mai 2015, Hamburg – Molotow (Support: John Allen)
21. Mai 2015, Berlin – Comet (Support: Giant Rocks)


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