Rezensionen

Eagulls – Ullages

Eagulls - Ullages

Anfang des Jahres 2014 erschien mit dem Debüt-Album der britischen Indie-Punks von Eagulls eines der ersten kleineren Highlights des damaligen Releasejahres. Ein Album, auf dem sich die junge Band aus Leeds in einer Mischung aus jugendlichem Post-Punk, Wave, Shoegaze und Indie-Rock austobte und meist mit viel Verzerrung und druckvollem Gesang durch die Songs preschte. Auch, wenn es der Band damit nicht gelang, längere Zeit zu fesseln, boten die Briten darauf doch ein paar Hits, die uns seinerzeit das Frühjahr versüßten. Vor allem in ihrer Heimat konnten sie sich damit eine stetig wachsende Gefolgschaft erspielen, die mittlerweile natürlich auch neue Songs herbeisehnte. Diese sind jetzt unter dem Namen „Ullages“ erschienen. Dabei handelt es sich nicht nur um ein Anagramm des Bandnamens Eagulls, sondern auch um ein tatsächliches englisches Wort, das übersetzt so viel wie Flüssigkeitsverluste bedeutet. Ausgehend vom Sound des Debüts und den Liveshows der Band könnte es sich bei dieser Flüssigkeit um Schweiß handeln, doch hört man „Ullages“ schnell an, dass die Band ihr Tempo mittlerweile gedrosselt hat und Schweiß auf ihren Shows vermutlich nur dann produziert wird, wenn die Locations gut gefüllt sind.

Nicht nur das Tempo auf dem zweiten Album von Eagulls ist deutlich zurückgefahren, auch der Grundsound ist nun ein anderer. Statt leicht verzerrter Gitarren, gibt es jetzt klare Klänge und viel Hall. Dazu noch Frontmann George Mitchell, der sich nun eher an Robert Smith orientiert und die Töne zu gediegenen Halleffekten zieht. Für „Ullages“ gilt das nicht nur als stimmliche Referenz, auch insgesamt scheinen Eagulls auf ihre Art zu versuchen den Klang von The Cure einzufangen. Zwar nennt die Band lieber Einstürzenden Neubauten und Soft Cell als Referenzen, der Sound wechselt dennoch zwischen melancholischen Wave Klängen und traurigem Goth-Pop. Der bietet ab und zu schöne Momente, wie „Skipping“ und das etwas schnellere „Blume“, meist fehlt jedoch ein prägendes Element und die wärmende Romantik, die der über alles schwebenden Referenz The Cure inneliegt.

Eagulls auf Tour

23. Mai 2016, Berlin – Badehaus Szimpla
24. Mai 2016, Hamburg – Hafenklang


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