Rezensionen

eagleowl – this silent year

eagleowl - This Silent Year

Man mag es kaum glauben, aber eagleowl treiben sich bereits seit acht Jahren in der schottischen Musikszene herum. Zunächst als Duo gestartet entwickelte sich die Band bald zu einem Trio und mittlerweile zu einem Sextett. Neben ein paar EP’s und jeder Menge Kollaborationen gab es bis heute aber leider nicht allzuviel von der Slowcore Band. Das ändert sich nun dank des Debüts „this silent year“. Ein Titel, der nicht passender hätte gewählt werden können, sind eagleowl doch so etwas wie die Meister der Ruhe. Die schottische Presse geizt bei eagleowl auch nicht mit Referenzen. So durfte man bereits Vergleiche zu Mogwai, Sigur Ros, Savoy Grand und Low verglichen. Große Namen, denen gerecht zu werden sich eagleowl aber gar nicht erst bemühen. Viel lieber schlagen sie ihren eigenen Weg ein, der sie durch langsame, teils tieftraurige, teils besinnliche Gefilde führt, in denen Sänger Bartholomew Owl von Streichern, Percussions und der schönen Stimme von Clarissa Cheong durch die Stücke leitet. Der Gesang ist dabei immer sanft und wird an keiner Stelle laut. Dennoch schaffen es eagleowl mit einigen Noise-Elementen und hier und da zunehmend dichten Streicherarrangements eine herrliche Dynamik zu erzeugen, die „this silent year“ zu einem fesselnden Album macht.

Schon der Opener „forgetting“ weiß voll zu überzeugen. Nach einem langsamen Beginn mit ein paar sanften Schritten und einer verloren wirkenden Gitarre stimmt Bart Owl mit ruhigem, lang gezogenem Gesang ein. Über knapp viereinhalb Minuten baut die Band ein Stück auf, das sanfte Schauer über den Rücken jagt und in seiner Langsamkeit beinahe das Tempo der Bandentwicklung wieder spiegelt. Auf die Entwicklung der Band spielt auch das Stück „eagleowl vs. woodpigeon“ an. Nicht nur ein ornithologisches Wortspiel, sondern auch eine Anspielung auf die Kollaboration einiger Bandmitglieder mit den kanadischen Indie-Poppern. Mit starken Streichern und seiner angenehmen Grundstimmung erinnert der Song dann sogar entfernt an Woodpigeon. „this silent year“ ist kein Album für Ungeduldige, hibbelige Indiefans, sondern ein Werk für Menschen, die Musik zu schätzen wissen, die sich langsam entfaltet. Songs, die besinnlich in sich ruhen und hier und da ihre Kraft über die innere Geschlossenheit und Ruhe entwickeln und auch einmal ausbrechen. So etwa im zwölf Minuten langen „too late in the day“, das sich gegen Ende gewaltig aufschwingt und sogar eine dichte Soundwand aus E-Gitarren und lauten Drums bietet. Natürlich nicht, ohne am Ende wieder vollständig abzukühlen und mit Verzerrergeräuschen und einer fernen Geige auszuklingen. Ausklingen ist ein gutes Stichwort, denn der Ausklang des Albums mit „laughter“ hätte nicht besser gewählt werden können. Ein stilles Instrumental, das nur gegen Ende den Gesang von Clarissa Cheong bietet und so einen abschließenden Moment der Besinnung bietet, bevor man unweigerlich Repeat klickt und sich „this silent year“ noch einmal von Vorne anhört.


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