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Du Blonde – Welcome Back To Milk

Du Blonde – Welcome Back To Milk

Erinnert ihr euch noch an die junge Songwriterin Beth Jeans Houghton aus Newcastle? Gemeinsam mit ihrer Band The Hooves Of Destiny veröffentlichte sie 2012 das wirklich gelungene Debüt „Yours Truly, Cellophane Nose“. Darauf vereinte sie schillernd bunten Pop mit einer Prise Indie-Rock und etwas berührendem Folk. Eine Mischung irgendwo zwischen Patrick Wolf, Feist und St. Vincent, die dafür sorgte, dass der Name der jungen Dame schnell auch über die Grenzen Nord-Englands bekannt war. Einen Beitrag dazu könnte vielleicht auch geleistet haben, dass Beth zu dieser Zeit mit Red Hot Chili Peppers Frontmann Antony Kiedis liiert war. Drei Jahre nach dem Debüt ist Beth jetzt zurück. Auf die Bekanntheit ihres Namens gibt sie bei ihrem Zweitwerk allerdings nichts. Stattdessen hat sie ihr nun Du Blonde getauft und sich musikalisch in eine deutlich rockigere Richtung gewagt „This is a new sound, a new project. Du Blonde is a new incarnation and one step closer to assuming my ultimate form. Having freed myself from the rusty and bloody shackles of Beth Jeans Houghton – both musically and spiritually – I felt it only right to step forth under a new name and let the rituals commence.“ wird Beth in der Pressenotiz zum Album zitiert.

„Welcome Back To Milk“ stellt also eine Art Selbsttherapie für die Künstlerin dar, die aus ihren gewohnten Bahnen ausbrechen wollte und mit dem Album ihr altes Ich zu Grabe trägt. Produziert wurde das Werk von Jim Sclavunos, einem langjährigen Wegbegleiter von Nick Cave, der sowohl bei seinen Bad Seeds, als auch bei Grinderman aktiv ist. Ein rockiger Sound ist also vorprogrammiert. Mit jeder Menge Wut im Bauch rockt sie sich dann in den ersten drei Songs in bester Punk-Manier mit gewisser Blues-Rock-Note aus, schreit zu schneidenden Gitarren und bedrohlich brodelnden Drums. Doch beschränkt sich Beth auf ihrem DU Blonde Debüt bei weitem nicht auf Rocksongs. Mit Stücken, wie „After The Show“, „Hunter“, oder „Four In The Morning“ gibt sie sich auch ruhigeren Tönen hin, die sich mit ihrem Einflüssen aus Folk- und Pop-Musik so auch auf ihrem Debüt hätten finden können. Wohl auch der dezente Hinweis, dass die Musikerin mit Du Blonde zwar ein neues Kapitel in ihrer Karriere aufschlagen möchte, deshalb aber noch lange nicht mit Verbitterung auf ihr bisheriges Leben als Songwriterin zurückblickt.

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