Rezensionen

Dry The River – Alarms In The Heart

Dry The River - Alarms In The Heart

Über zwei Jahre musste man sich gedulden, um den zweiten Longplayer von Dry The River in den Händen halten zu können. Alarms In The Heart heißt er und ist der Nachfolger von „Shallow Bed“, das Anfang 2012 veröffentlicht wurde. Auch wenn die Band immer mal wieder Konzerte spielte, beispielsweise letzten Herbst als Support von Biffy Clyro auf dessen Europatour, war es bezüglich Neuveröffentlichungen doch sehr ruhig geworden. Im Juni gaben sie dann wie aus dem Nichts nicht nur Titel und Veröffentlichungstermin bekannt, gleichzeitig gab es direkt ein Video zu Gethsemane und die Ankündigung einer Herbsttour durch das Vereinigte Königreich.

Mit dem zweiten Album lief es ähnlich wie mit dem ersten, schon im Voraus kannte man einige Songs teilweise schon seit Monaten, sei es durch offizielle Videos oder Liveauftritte. Daher ist es verwunderlich, dass sich mit der Veröffentlichung wieder so lange Zeit gelassen wurde. Grund dafür könnte sein, dass sich Violinist und Keyboarder Will Harvey dazu entschlossen hat, nicht mehr länger Mitglied bei Dry The River zu sein und deswegen einige bereits fertige Songs erneut aufgenommen wurden.

Offiziell besteht die Band damit nur noch aus Sänger Peter Liddle, Bassist Scott Miller, Schlagzeuger Jon Warren und Gitarrist Matt Taylor, live wurden sie bisher aber trotzdem von einem neuen Violinisten unterstützt.

Die lange Wartezeit zahlt sich definitiv aus, auch wenn mit nur 10 Songs relativ wenig neues Material geboten wird. Zu den bereits bekannten Songs gehören Hidden Hand, Med School, Gethsemane und die Single Everlasting Light, die beispielsweise bereits letztes Jahr beim Reading and Leeds oder dem diesjährigen Glastonbury Festival präsentiert wurden. Das tut dem Ganzen jedoch keinen Abbruch, da man in solchen Fällen natürlich auch neugierig ist, wie die Stücke denn auf Platte klingen. Alle Bedenken, die Studioversionen nicht zu mögen, sind vergebens, denn das hat die Band ausnahmslos gut hingekriegt.

Bereits der nach dem Album betitelte Opener stimmt nach den ersten Zeilen perfekt auf die noch kommenden Songs ein. Mindestens genauso viel Ohrwurmcharakter hat Hidden Hand und das darauf folgende Roman Candle, wenn auch etwas eintöniger, ist durch die Unterstützung einer weiblichen Stimme (von Emma Pollock) eher unerwartet aber abwechslungsreich.

Besonders sticht wohl Gethsemane heraus, der erste Song, den Dry The River zum Hören und Downloaden veröffentlichten. Langsam baut sich der Song auf, wird immer lauter um dann in einer Art Feuerwerk zu enden. Das ist schon eine „Spezialität“ der Band, Bible Belt und Lion’s Den sind Stücke des letzten Albums, die ähnlich aufgebaut sind. Man sollte sich also nicht davon irritieren lassen, wenn es für manche Geschmäcker zu fad losgeht und Gethsemane zu Ende hören.

Vessel ist einer der wenigen Songs, in dem noch die Violine zu hören ist. Ansonsten sollte man nach Hope Diamond nicht direkt ausschalten, denn auch diesmal gibt es wieder einen Hidden Track, nämlich Husk. Dieser ist ebenfalls einer der Songs, der schon vor über einem Jahr geschrieben und auch schon live gespielt wurde, trotzdem hört er sich frisch an und lässt das Album mit einer tollen ruhigen Melodie angenehm sanft ausklingen.

Mit Alarms In The Heart haben die Londoner ein solides zweites Album abgeliefert, auf dem man sicherlich eine Veränderung zum Debut feststellen kann. Trotzdem haben sie ihre eigene Note, den für sie typischen, eigenen Sound beibehalten, der diesmal etwas weniger melancholisch und folkig ist und dafür mehr ins rockige und teilweise sogar tanzbare geht. Vergleiche mit Mumford & Sons bleiben somit nach wie vor unerklärlich.

Bisher hat man in Deutschland leider nur beim Reeperbahn Festival die Chance, das neue Material live zu hören. Das Reeperbahn Festival findet vom 17. – 20. September in Hamburg statt.

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