Rezensionen

Douglas Dare – Seven Hours EP

Douglas Dare - Seven Hours EP

Sieben Jahre nach seinem letzten Studioalbum veröffentlichte Sir Elton John in diesem Jahr mit „The Diving Board“ ein neues Album, mit dem ihm allerdings eher ein Achtungserfolg, aber kein wirklich überragender gelang. Die Welt schein eher eine neue Generation von Piano-Pop zu wollen. Vorreiter ist auf diesem Gebiet wohl der junge Brite Tom Odell, der sich nicht nur als riesiger Fan von Elton John bezeichnet, sondern den alten Hasen auch noch mit seinem Sound und mit dem Debüt „Long Way Down“ in den Charts auf die Plätze verweist. Die Figur Odell ist allerdings bei weitem nicht so schillernd, wie ein Elton John und ein Ansehen als viel beachteter Künstler wird er trotz Charterfolgen wohl nicht so schnell erlangen. Doch es gibt ja nicht nur Tom Odell. Der junge Londoner Songwriter Douglas Dare, der übrigens, wie Tom Odell in diesem Jahr auf dem Haldern Pop Festival spielte, kommt nämlich aus der Kunstecke und stellt mit seinem Piano Dinge an, die ihn sehr schnell zu einem viel beachteten Künstler werden lassen könnten.

Dare, der sich in erster Linie als Poet und dann als Musiker bezeichnet ist optisch der nerdige Gegenentwurf zum groß gewachsenen Odell.

Sie teilen sich nur die Haarfarbe, auf einem Date mit Taylor Swift wird er jedoch wohl eher nie gesehen werden. Auch musikalisch haben sie nur ihr Hauptinstrument – das Klavier – gemein. Auf dem zaubert Douglas Dare wunderschöne und berührende Songs, die auf nicht viel mehr als seine zerbrechliche Stimme und sein ausgeklügeltes Klavierspiel setzen. Dazu ab und zu ein paar kleine Beats und ansonsten viel Raum, in dem sich die Geschichten entfalten können. Auf die Geschichten legt Dare auch viel Wert. Da er sich in erster Linie als Poet sieht, schreibt er zunächst Gedichte und spinnt dann die Klaviermelodie drum herum Die Themen drehen sich dennoch um Selbstzweifel, Liebe und Leiden, also die großen Themen des Pop. Die Angst vor dem Verlust einer Liebe umschreibt er dann jedoch deutlich wortgewandter, als viele andere Songwriter. Zeilen wie „You need to hear the call, they’re wishing you to fall / Don’t let them see you fail / I will not let you fail“ zeigen auf wunderbare Art die verletzliche Seele des Songwriters, der im krassen Gegensatz zu den Zeilen in „Lungful“ die Zerbrechlichkeit seiner Stimme fast vollständig ablegt und mit recht starker Stimme singt. Diese Kunstgriffe verleihen den ruhigen Klavierstücken auf „Seven Hours“ eine extreme emotionale Tiefe und fesseln weit über die 15 Minuten Spielzeit der EP hinaus.

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Discussion

  1. […] ist es soweit, etwas mehr als ein drei viertel Jahr nach “Seven Hours” veröffentlicht der Londoner Songwriter, Pianist und Dichter Douglas Dare sein zusammen mit […]

    Posted by Douglas Dare – streamt neuen Song “Nile” als ersten Vorgeschmack auf Debüt-Album “Whelm” | WhiteTapes | Februar 24, 2014, 11:14 am
  2. […] 2014 veröffentlicht Dare nun auch endlich, etwas mehr als ein drei viertel Jahr nach der Debüt-EP “Seven Hours” sein Debüt “Whelm”, das er zusammen mit Produkzent und Perkussionist Fabian Prynn ab […]

    Posted by Douglas Dare – Gratis-Download “Swim” | WhiteTapes | April 8, 2014, 2:17 pm

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