Rezensionen

DIIV – Is The Is Are

DIIV - Is The Is Are

Der New Yorker Zachary Cole Smith gehört leider zu den Musikern, die ihre Prominenz nicht wirklich ihrer Musik, sondern eher Skandälchen verdanken. Dabei begann alles recht harmlos. Zunächst arbeitete er als Tour-Gitarrist von Soft Black, Darwin Deez und Beach Fossils und gründete dann die Band Dive, die sich nach einigen Singles in DIIV umbenannte und 2012 das Debüt „Oshin“ veröffentlichte, auf dem die Band Einflüsse aus Krautrock, C86 und Weltmusik mit ihrer gemeinsamen Liebe für Nirvana verband und jede Menge Lob einfahren konnte.

Nach dem Release wurde Zachary irgendwann von einer Modelagentur entdeckt und er begann eine Modelkarriere, bei der er unter anderem für Yves Saint Laurent jobbte. 2013 begann er eine Karriere mit Sky Ferreira, die beiden nicht wirklich gut zu tun schien, denn das Paar landete bei den Drogen und wurde 2014 wegen Drogenbesitz verurteilt, was Zachary zum Anlass für einen Entzug nahm. Die Erfahrungen dieser fünf Jahre seit dem ersten DIIV Album hat der Musiker nun mit seiner Band auf dem zweiten Album „Is The Is Are“ verarbeitet, das Zachary in Eigenregie produzierte.

Herausgekommen sind 17 Songs mit mehr als einer Stunde Spielzeit. Ein atmosphärisches Werk, das einen tief ins Seelenleben des Songwriters eintauchen lässt. Der singt mit butterweicher Stimme, die über warmen Klangteppichen schwebt und für einen Sound sorgt, der den Hörer sanft einwickelt und teilweise fast hypnotisch wirkt. Zum Beispiel beim mehr als fünf Minuten langen „Mire (Grant’s Song)“. Ein Stück, das sich langsam auftürmt. Die Gitarren fließen und die Band spielt sich in gemächlichem Tempo in einen entspannten Rausch. Ein anderes Highlight ist das Stück „Blue Boredom“, bei dem Sky Ferreira den Gesangspart übernimmt. Der Song gibt sich etwas dunkler, als der Rest des Albums und bietet ein etwas höheres Tempo und erinnert in der Herangehensweise ein wenig an Sonic Youth Songs. Mit dem repetetiven Sound und dem großzügigen Gebrauch von Hall und Gitarrenfeedbacks fügt es sich aber perfekt in den von Wave-Pop, Shoegaze und 80er Jahre Pop geschwängerten Grundklang des Albums ein. Ein Album, das einen Künstler zeigt, dem man gerne zuhört und der in seiner Erzählweise – trotz völlig anderem Stil – an Elliott Smith erinnert.

DIIV auf Deutschland-Tour

30. März 2016, Köln – Gebäude 9
31. März 2016, Berlin – Lido
01. April 2016, München – Orangehouse
10. April 2016, Hamburg – Uebel & Gefaehrlich

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