Rezensionen

Diagrams – Chromatics

Diagrams - Chromatics

Eigentlich war Sam Genders mit seiner Folktronica Band Tunng bereits auf einem sehr guten Weg, sich auch über die Indie-Szene hinaus einen Namen zu machen. Doch nach dem 2007er Album „Good Arrows“ sah er seine Vision des Bandsounds nicht mehr wirklich umgesetzt und beschloss in der Folge 2008 die Band zu verlassen. Danach dauerte es drei Jahre, bis er 2011 wieder auf den Plan trat und mit der EP „Diagrams“ das erste Lebenszeichen seines Solo-Projekts Diagrams veröffentlichte. Nur ein Jahr später folgte das Debüt-Album „Black Light“, das von Mark Brydon produziert wurde, der sich vor allem als Produzent von Moloko einen Namen gemacht hat. Sein erster Longplayer brachte ihm durch die Mischung aus elektronischen Effekten, Synthie-Bass, programmierten Beats und ein paar Funk-Grooves Vergleiche mit Arthur Russell, Metronomy und Hot Chip ein und begeisterte nicht nur Kritiker, auch eine wachsende Fanschar, die unter anderem auf dem Haldern Pop 2012 für ein proppevolles Spiegelzelt sorgte. Seit dem Release hat es Sam dann nach einer Tour durch die ganze Welt in der Liebe wegen in seine neue Heimat Sheffield gezogen, wo er an seinem neuen Album gearbeitet hat. Das nahm er zusammen mit dem Produzenten Leo Abrahams auf, der schon für Wild Beasts, Frightened Rabbit, Carl Barât, Brian Eno und viele mehr arbeitete.

Die Arbeit an „Chromatics“ war so fruchtbar, dass ein Doppel-Album dabei herauskam, das ab der ersten Minute durch Experimentierwut, großen Ideenreichtum und viel Energie besticht. Schon mit dem Opener „Phantom Power“ schwebt man beim Hören gemeinsam mit Genders in anderen Sphären und spürt die ganze Tiefe des Diagrams Sounds. Auch in der Folge weißt Genders durch Einflüsse aus Dream-Pop, Folk und 80er Jahre Sounds, gepaart mit akustischen Gitarren und ein paar Synthies immer wieder zu überraschen und gerade durch ein paar psychedelische Einspielungen und eine häufig melancholische Grundstimmung, zu fesseln. Durch Gastmusiker, wie die Smoke Fairies, erweitert Genders seinen Soundkosmos ebenfalls um eine wunderbar dunkle Note. Das ist auch nötig, denn „Chromatics“ weiß vor allem durch seinen Abwechslungsreichtum fast über die ganze, ausufernde, Albumlänge zu überzeugen.

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