Rezensionen

Desmond & The Tutus – Tuckshop

Desmond & The Tutus haben sich ausgerechnet nach dem bekannten anglikanischen Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu benannt, dabei klingt ihre Sound alles andere als fromm. Tutu wurde ja aber auch nicht wegen seiner Frömmigkeiten bekannt, sondern wegen seinem Kampfgeist in der Anti-Apartheitsbewegung bekannt. Wie Tutu kommen auch die vier Jungs von Desmond & The Tutus aus Südafrika, genau genommen aus Pretoria, wo sie im Dezember 2005 ihre Band ins Leben riefen um die vorherrschende Langeweile der hiesigen Popmusik zu durchbrechen. Afrika macht sich im Moment mit Bands wie Dear Reader, BLK JKS und The Very Best dazu auch noch prima für’s Hypebarometer in Europa und so könnte hier ja vielleicht auch ein kleiner Hype um das Quartett losbrechen, so zumindest der Gedanke beim geplanten Europa-Release des Debüt-Albums, für das noch ein Label gesucht wird.

Desmond & The Tutus sind eigentlich nur rein geographisch in Südafrika zu verorten. Ihre Musik klingt ähnlich wie schon bei Dear Reader nicht im geringsten nach ihrer geografischen Herkunft, sondern vielmehr nach dem kulturellen Hintergrund, vor dem alle vier Söhne der weißen Oberschicht groß wurden. Da hat man keine Berührung mit „schwarzer Musik“, sondern hört die Platten der Eltern, unter denen sich im besten Fall die Beatles, The Rolling Stones, The Ramones, The Clash und nicht Abba befinden. So wuchsen Desmond & The Tutus also größtenteils geprägt von westlicher Musik auf und so klingt ihre Musik, wie direkt aus einer englischen Indie-Disko entsprungen. Der Gesang ist hübsch rotzig, lehnt sich stellenweise ein wenig an Art Brut und hat angemessenen Unterhaltungswert. Die Instrumentierung lebt von zackigen Indie-Gitarren, rumpelndem Schlagzeug und bumpernden Bässen. Manchmal bewegt sich das Quartett dann wie in „Good & Guilty“ in überraschende Dance-Gefilde und macht mit hibbeligem Rhythmus richtig Laune. Meist bleiben die Stücke aber in den inzwischen ziemlich ausgetretenen Pfaden britischen Indie-Rocks mit Rotznase. Das einzige Alleinstellungsmerkmal der Band in diesem Bereich ist ihre Herkunft, ob das jedoch für einen Durchbruch in Europa reicht halten wir dann fast für fraglich, auch wenn es den Jungs natürlich zu wünschen wäre.

Rating: ★★☆☆☆
Desmond & the Tutus
Video zu „Peter“:

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