Rezensionen

Delay Trees – Let Go

Delay Trees – Let Go

Es gibt sie noch, diese Verbundenheit von Band und Label und auch der Fans dieser Konstellation. Fans von, zum Beispiel Saddle Creek Records aus Omaha wissen das nur zu gut und können sich dann auch meist darauf verlassen, dass ein neues Signing des Labels auch zum eigenen Geschmack passen könnte. In Helsinki wächst seit einigen Jahren etwas ähnliches.

Das Label Soliti schickt sich nämlich mit viel Fleiß und einem geschickten Händchen an, so etwas wie das finnische Saddle Creek zu werden. Einen großen Beitrag dazu leisten natürlich auch die Eingangs erwähnten, eng verbundenen Bands. Eine davon sind Delay Trees, die dem Label bereits seit ihrem Debüt-Album, das 2010 erschien, die Treue halten.

Mit „Let Go“ erscheint nun, drei Jahre nach dem letzten Delay Trees Album „Readymade“ ,endlich auch das neueste Werk der Band. Der Titel bezieht sich zum Glück nicht auf die Beziehung zwischen Band und Label. Wobei „zum Glück“ hier nicht ganz passt, denn die Band verarbeitet auf dem Album schmerzhafte Erfahrungen der letzten Jahre.

Die letzten drei Jahre waren nämlich nicht immer einfach für die Musiker, so schreiben sie: „In the past few years we’ve experienced painful losses in our personal lives. We’ve been pushed to the limits and forced to deal with demons we hadn’t quite faced before. Let Go is a manifest to that struggle. The songs are our effort to try and understand the ever-changing nature of our selves, of life and of ‚the everyday‘ we often feel disoriented by. It Is a ‚goodbye‘ to memories and a ‚hello‘ to a fresh start.“ Den Schmerz loslassen, durchatmen, neu starten. Nein, Delay Trees haben hier kein esoterisch-schmalziges „Eat, Pray, Love“ fabriziert, sondern haben sich etwas mehr von allgemeineren Themen, die sie mit einem gewissen Eskapismus behandelten, mehr in Richtung persönlicherer Texte begeben.

Der Sound bewegt sich im gewohnten Feld aus atmosphärisch ausladendem Dream-Pop mit gewissen Shoegaze- und wahlweise auch, Psychedelia-Elementen, jedoch mit dem klaren Fokus auf klare, weite Sounds. Auffällig ist dabei, der gekonnte Kontrast zwischen Lyrics, die von stoischer Resignation und Trauer geschwängert sind und einem Klang, der mit seiner Klarheit und Weite mutig und entschlossen den Weg in die Zukunft zu ebnen zeigt. Dabei gelingen der Band auch fast poppige Momente, wie das kurzweilige „I Blame It On The Snow“, das beinahe Ohrwurmcharakter entwickelt. Diese kleinen Überraschungen zusammen mit dem vertrauten Sound und den deutlich persönlicheren Texten, machen „Let Go“ zum bisher vermutlich schlüssigsten und wohl auch zugänglichsten Album von Delay Trees. Ein Release, nach dem sie nicht nur persönlich positiv in die Zukunft blicken können, sondern auch hinsichtlich der Bandentwicklung.

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