Rezensionen

De Rosa – Prevention

Schottland, das bedeutet alte Industriestädte, Fischerdörfer, hügelige Landschaften, Menschen mit komischem Akzent, verschrobene Charaktere und ein Nationalstolz, der sich häufig genug durch eine Hassliebe zum eigenen Land äußert. So auch im Fall des Quintetts De Rosa aus Lanarkshire, die sich nun, drei Jahre nach dem von Kritikern gefeierten Debüt-Album „Mend“, auch mit ihrem zweiten Album „Prevention“ mit ihrer Heimat beschäftigen und dabei Probleme aus aller Welt in diese Gegend projizieren. Frontmann Martin Henry meinte dazu, es sei wohl sein Versuch seiner Heimat Lanarkshire einen Platz in der Kultur zu geben.

Vom leicht verschrobenen Sound der meisten schottischen Musiker, hat der Sound von De Rosa dann allerdings wenig. Die machen nämlich Indie-Rock, den sie mit viel Liebe zum Detail mit Popmusik, elektronischen Spielereien und schottischem Folk vermischen. Die meisten Stücke sind dabei langsam, von einer akustischen Gitarre beherrscht und entfalten sich meist im Verlauf. Die Entfaltung ist auch eine Stärke von De Rosa. Die meisten Stücke starten mit einfachen Melodien und steigern sich teilsweise in marschierend hymnenartige Pop-Juwelen. So etwa bei „Swell“, oder dem herzzereißenden „It Helps to See You Hurt“. Hervorzuheben ist auch der Opener, denn in der gegenwärtigen Situation, in der sich die Weltwirtschaft befindet trifft ein Stück namens „A Love Economy“ wohl wie kein zweiter Song die Situation besser. Allein dafür und wegen der schillernden Schönheit des Albums, die sich mit jedem Hören mehr erschließt, ist „Prevention“ ein Album, über das dieses Jahr wohl noch häufiger gesprochen wird. Zusätzlich dürfte es auch Lanarkshire nachhaltig einen Platz in der Kulturlandschaft sichern.

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