Rezensionen

David Bowie – The Next Day

David Bowie - The Next Day

Eigentlich hätte es Popchamäleon David Bowie nicht mehr nötig irgendwann in seinem Leben ein neues Album zu veröffentlichen. Bis 2003 hat er insgesamt 25 Soloalben veröffentlicht und 140 Millionen Alben verkauft. Seit mehr als vierzig Jahren gilt er als einer der einflussreichsten Musiker der Pop- und Rockmusik. Hinzu kommt auch noch, dass der Londoner sich mit seinem letzten Album „Reality“, das er im September 2003 veröffentlichte, eher müde zeigte. Aber David Bowie ist nun einmal Musiker und als Musiker veröffentlicht man nicht Alben, weil man es nötig hat, sondern weil man es will. Weil es in den Fingern juckt, weil neues Material, das man geschrieben hat raus muss. Entstanden ist sein nunmehr 26tes Album gemeinsam mit Tony Visconti, mit dem er auch schon die Alben „Heathen“ und „Reality“ gemeinsam produziert hat. Und als wollte er direkt an diese Zeit anschließen, veröffentlichte er am Vorabend seines 66ten Geburtstags im Januar die erste Single „Where Are We Now?“. Eine ruhige Ballade, die auch einen wunderbaren Ruhepol auf dem Album darstellt. Neben der Frage, die er mit der ersten Single fragte, schließt er auch mit dem Cover an die Vergangenheit an. Das zeigt das Cover zu seinem Kultalbum „Heroes“, das grafisch mit einem weißen Sticker überklebt ist, auf dem schlicht „The Next Day“ steht,

Und das Cover bleibt nicht die einzige Erinnerung an die Vergangenheit von David Bowie. Das ganze Album sprüht vor Erinnerungen an die Karriere des Musikers. „The Next Day“ ist zwar ein Album über das Älterwerden, alt wirkt Bowie aber an keiner Stelle. Vielmehr sprüht er vor Spielfreude und lässt das den Hörer ab der ersten Minute spüren. Schon der Titeltrack bietet die Sorte Glamrock, mit der Fans den Thin White Duke lieben lernten. Auf „Dirty Boys“ nutzt er zwar ein Saxophon, aber die Nummer ist so wunderbar verrockt, dass man den Einsatz gern verzeiht. Bowie rockt und groovt sich in der Folge durch das Album, hier ein paar Gitarrenriffs, dort mal Orgeleinsatz und über allem Bowie’s einzigartige Stimme. Es sprüht vor Referenzen aus allen Schaffensphasen des Künstlers, der wirkt, als wolle er noch einmal alles aus sich herausrocken. Wäre „The Next Day“ ein Schlussstrich unter die Karriere von Bowie, hätte er keinen besseren Abschluss finden können. Aber auch als Comeback nach zehn Jahren Schaffenspause ist es ein herrlich frisches Album, das Bowie Fans all das bieten dürfte, wofür sie den Künstler lieben.

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