Rezensionen

Damien Rice – My Favourite Faded Fantasy

Damien Rice - My Favourite Faded Fantasy

An Frederick Jay Rubin, alias Rick Rubin dürfte wohl kein Weg vorbei führen, wenn man eine Liste der wichtigsten Produzenten erstellt. Der Gründer von Def Jam Recordings führt viele dieser Listen vermutlich sogar an. Das liegt vermutlich vor allem daran, dass er im Gegensatz zu Kollegen, wie Jacknife Lee, Flood oder auch Steve Albini von der Öffentlichkeit nicht zu sehr auf einen Stil beschränkt wird. Mit Arbeiten für LL Cool J, Slayer, The Cult, Rage Against the Machine, System Of A Down, Adele oder Yusuf bewies er, dass er aus jedem Genre und jedem Künstler das beste herauskitzeln kann. Kein Wunder, dass er der Mann war, der Johnny Cash Anfang des Jahrtausends mit den „American Recordings“ zu einem tollen Comeback verhalf und wohl auch genau der richtige Produzent, um den Iren Damien Rice elf Jahre nach seinem Debüt „O“ und acht Jahre nach seinem letzten Album „9“ bei der Arbeit an seinem dritten Album zu unterstützen. Acht Jahre, eine verdammt lange Zeit, in der Damien Rice nach Island zog und sich ab und zu für eine Reihe von Konzerten in der ganzen Welt auf Reisen begab. Eine Zeit, in der Rice sicherlich viel erlebt hat. Jedoch ohne sich fundamental zu verändern. Das zeigt er auch auf seinem nunmehr dritten Album My Favourite Faded Fantasy.

Das Album symbolisiert alles, was Fans an ihm lieben gelernt, und in den letzten 8 Jahren vermutlich auch vermisst haben, und ist doch so viel mehr. Die Trauer des Debüts sucht man ebenso vergebens, wie die Wut des Zweitwerks. Man könnte sagen, der Ire sei eine Spur versöhnlicher geworden. Er spielt auf „My Favourite Faded Fantasy“ gewohnt auf der großen Gefühlsklaviatur und schmückt seine Songs gerne mit Streichern und Gänsehaut-erzeugenden Klangflächen aus, bleibt dabei selten unter fünf Minuten und nimmt sich viel Zeit für seine Stücke. Die lässt er meist langsam wachsen und weckt dabei gerne Erinnerungen an ältere Stücke.

Es wirkt gerade so, als hätte er sich den Romantitel Love Is A Mixtape von Rob Sheffield zu Herzen genommen und das beste aus seinen bisherigen Alben zu einem neuen Werk verbunden. Das Album beleuchtet alle Facetten der Liebe, insbesondere die schmerzhaften und doch schafft es Rice, ihr immer eine versöhnliche Seite abzugewinnen. So leidet er auf seinem dritten Album so schön wie gewohnt, schafft es aber in opulenten Outros immer wieder positive, aufhellende Elemente einzubauen, die einen nach 51 Minuten Gefühlsreise durch acht Stücke zu einem glücklichen Ende kommen lassen, an dem man Damien Rice’s Worte versteht, es sei im Grunde ein fröhliches Album.

Drüben bei NPR gibt’s übrigens das gesamte Album im Stream

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