Rezensionen

Damien Dempsey – The Rocky Road

Ein Whiskey in der Hand, mit Freunden im Lieblingspub. Das scheint die Umgebung, in der das Albumcover für Damien Dempsey’s neues Album „The Rocky Road“ aufgenommen wurde. Gleichzeitig ist diese Atmosphäre die ideale Umwelt, in der die Songs von Damien Dempsey schon immer am Besten funktioniert haben. Das ist als Stereotyp natürlich typisch irisch und dieses Klischees scheint Damien sich nicht nur gern zu bedienen, sondern er scheint es sogar zu leben. So hat er sich für dieses Album mit John Sheahan und Barney McKenna von den Dubliners zusammengetan, um seine liebsten traditionellen irischen Folksongs und Chants einzuspielen.

Die Liebe zu diesen Songs kommt laut Dempsey aus seiner Kindheit. Bei seinen Großeltern war es Tradition in geselliger Runde traditionelle Chants zu singen. Kein Wunder, dass er in seinem Booklet zu jedem Song eine ausführliche Erklärung gibt. In Irland ist Damien Dempsey durch seine Mischung aus traditionellem irischem Folk, gepaart mit modernen Lyrics schon lange ein Star. Da lag es natürlich nahe, auch einmal ein Album mit traditionellen Songs zu veröffentlichen. Das Ergebnis ist ein Album geworden, bei dem man je nach Songstimmung an weite grüne Wiesen, die rauhen Küsten Irlands und geselliges Beisammensein im Pub denkt. Eine warme atmosphärische Mischung, typisch irisch. Gewiss kein Album, dass man sich nebenbei anhört, sondern ein Album wie ein guter Whiskey. Der wird nämlich auch nicht einfach so runtergeschüttet, sondern erfordert Würdigung und Zeit. „The Rocky Road“ ist ganz klar alles andere als Indie, aber ein Musterstück für irischen Folk, der leider schon viel zu oft durch Irish-Punk-Bands, wie Mr. Irish Bastards und Konsorten vergewaltigt wurde. Aber solche Punk-Bands denken ja auch Celtic Glasgow sei ein Fußballverein aus Irland.

Homepage von Damien Dempsey

Labelhomepage – Rough Trade

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