Rezensionen

Cursive – I Am Gemini

Cursive - I Am Gemini

Cursive sind zurück. Zwei Jahre nach Tim Kasher’s erstem Solo-Ausflug mit dem Album „The Game Of Monogamy“ und dem im letzten Jahr erschienen „Bigamy: More Songs From the Monogamy Sessions“, mit Songs aus den Albumsessions, die es nicht auf’s Album schafften, hat er unsere liebste Saddle Creek Rockband wiederbelebt. Das bedeutet auch, dass Cursive ihren Drei-Jahres-Rhythmus weiter einhalten. Nach „Domestica“ 2000, ihrem wohl legendären Album „The Ugly Organ“ 2003 und dem eher mäßigen „Happy Hollow“ 2006 gaben sie 2009 mit „Mama, I’m Swollen“ wieder einen beeindruckenden Beleg ihres Könnens. Teilweise chaotischer Rock mit der getriebenen Stimme von Tim Kasher.

Die erste Nachricht zum Album, die ein wenig die Vorfreude trübte war die, dass es sich um ein Konzeptalbum handeln würde. Das war auch schon bei „Happy Hollow“ so und das Ergebnis eher ernüchternd. Aber davon lassen wir uns mal nicht abschrecken und hören uns an, was Tim Kasher uns hier erzählen möchte. Die Geschichte ist altbekannt: Sie erzählt von einem Zwillingsbrüderpaar (Cassius und Pollock): einer gut, einer böse. Verpackt in 13 Stücken, die eine krachenden Rockoper bilden. Nachlesen könnt ihr die Oper übrigens hier.

Zu dick aufgetragen?

Eine Rockoper also. Sehr ambitioniert versuchten sich auch The Decemberists vor drei Jahren mit „The Hazards Of Love“ an so einem Projekt. Mit mauem Ergebnis. Bei Cursive klingt das Ergebnis erst einmal ganz einfach nach Cursive. Krachende Gitarren, der gehetzte Gesang von Tim Kasher viele Tempowechsel, überraschende Wendungen und wie man es von einer Rockoper erwartet ein fetter Sound und eine lupenreine Produktion.

Die Zutaten stimmen also. Das Problem ist allerdings, dass bei guter Story und gutem Songwriting ein wenig die emotionale Note auf der Strecke bleibt. Cursive sprechen einfach keine Emotionen beim Hörer an. Das war die große Qualität von „The Ugly Organ“, bei der nicht nur Tim Kasher gesanglich durch ein Wechselbad der Gefühle ging, sondern auch der Hörer in jeder Note die Zerrissenheit spüren konnte. Der Faktor ist leider verloren gegangen. Klar ist „I Am Gemini“ ein gutes Indie-Rock-Album, der entscheidende Faktor zum wirklich tollen Cursive Album fehlt allerdings. Aber nach Krachern wie „The Ugly Organ“, „Mama, I’m Swollen“ und nach mehr als 17 Jahren Bandgeschichte ist man vielleicht auch ein wenig verwöhnt.

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