Rezensionen

Cub & Wolf – „Cub & Wolf (s/t)“

Cub and Wolf

Ein Klischee in der Folkszene scheint ja gemeinhin zu sein, dass jeder Musiker mit anderen Musikern kollektiv verbunden ist. Das Label Saddle Creek ist ein gutes Beispiel dafür. Hier scheint kein Künstler wirklich ohne den Anderen musizieren zu können. Sei es nun durch Gastauftritte oder durch die Tatsache, dass Bands verschiedene Mitglieder gemeinsam haben. Die schwedische Musikszene funktioniert ähnlich. Die Band Case Conrad ist hier ein Musterbeispiel – die Liste der verbundenen und Ex-Bands der Mitglieder liest sich nämlich wie folgt: Gustav and the Seasick Sailors, Tarantula Waltz, The Last of the Julian Line, Big Summer, King of Prussia und Shooting John. Das macht gleich sechs Bands.

Cub & Wolf kommen ebenfalls aus Schweden und veröffentlichen nun, wie es im letzten Jahr auch Case Conrad getan haben, ein Album beim deutschen Label Stargazer. Und wie könnte es auch anders sein, auch Cub & Wolf haben eine Vorgeschichte mit verwobenen Bands. Die beiden Gründer bringen nämlich bereits eine gewisse Bekanntheit mit. Mattias Larsson ist bekannt als Sänger und Gitarrist von Grant Ceon und Linus Lindvall als Sänger und Gitarrist von Golden Kanine.

Natürlich begann die Vernetzung auch schon vor der Zusammenarbeit als Cub & Wolf. So produzierte Larsson das Golden Kanine Album „Oh Woe!“ und Lindvall war Gastmusiker auf dem Grant Ceon Debüt. Neben dem Duo findet sich auf dem ersten gemeinsamen Album als Cub & Wolf natürlich dann auch noch Gastmusiker von anderen Bands, wie New Partner und Caleido (ehemals Spring Leads You Home Tonight). So viel zu den Personalien, die vor allem an das alte Sprichwort von den vielen Köchen denken lassen. Aber diese Befürchtung zerschlagen Cub & Wolf recht schnell. Denn auf ihrem Debüt bieten sie alles andere als überladene Songs, die durch zu viele mitmischende Musiker verdorben wurden. Vielmehr finden sich hier neun sensible, ruhige und reduzierte Folk-Songs mit Slowcore-Einflüssen.

Der Instrumenten-Einsatz erfolgt meist spärlich und wird gepaart mit dezentem Gesang, der häufig eine schwermütige Note besitzt. Wie zum Beispiel in der Single „What We Lost In The Fire“, die in ihrer Zerbrechlichkeit und dem düsteren Streichereinsatz an Damien Rice erinnert. Bei einigen Songs scheint mit Cub & Wolf jedoch der in der Pressenotiz erwähnte immense Alkohol-Einsatz der ersten gemeinsamen Jamsession mit den Musikern durchgegangen zu sein. So zum Beispiel bei „Where The Two Of Us Fall In Love“, wo sich die Band mit Handclaps und einigen Stimmübungen zu gefühlt nur zwei Gitarrenakkorden durch ein fast fünfminütiges Klangexperiment jammt. Zum Glück jedoch nur einer von wenigen Durchhängern, der den positiven Gesamteindruck nur marginal trüben kann.


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