Rezensionen

CSS – La Liberación

Als CSS 2006 mit ihrem Debüt „Cansei de Ser Sexy“ in die Öffentlichkeit traten, begeisterten sie mit Frauenpower – doch feministisch wirkten die fünf Mädels (und der eine Junge) nicht, sondern frech, punkig und aufregend. Das Album begeisterte mit einprägsamen Melodien und Zeilen wie „Let’s Make Love And Listen To Death From Above“. Dabei schimmerte die Do-It-Yourself -Manier der Gruppe durch.

Mittlerweile ist die Band auf ein Quintet geschrumpft, nachdem Bassistin Ira die Gruppe aus persönlichen Gründen verließ. Jetzt übernimmt Drummer Adriano Cintra den Bass. Außerdem gab es einen Labelwechsel von Sub Pop zu V2.

Das dritte Album „La Liberación“ steht immer noch für Spaß. Die Brasilianer legen einen stärkeren Fokus auf das Textliche. Die Themen sind ähnlich wie auf den Vorgängern: Es geht um wilden Spaß, Sex, Drogen, gemixt mit einer „Fuck Everything“-Attitüde, wie es der gleichnamige Song anklingen lässt.

Musikalisch sind die Brasilianer radiotauglicher geworden. Darauf deutet nicht nur die glasklare Produktion hin. Musikalisch wenden sich CSS stärker der Popmusik zu. Subtil deutet die Gruppe verschiedenste musikalische Referenzen an. „Hits Me Like A Rock“ spielt mit Surfpop und lässt Primal Screams Bobby Gillespie ans Mikrofon. Auch „Echo Of Love“ lässt mit seinen Karibikklängen keinen Zweifel daran, dass es sich hier um ein Sommeralbum handelt. „City Grrrl“ wird von einer spanischen Gitarre eingeleitet, aber für südländische Leidenschaft bleibt keine Zeit – unlängst kommen Synthesizer und Trompeten zum Einsatz und fegen diese weg. Auf dem Titeltrack „La Liberación“ singt Lovefoxxx portugiesisch zu rotzigen Gitarren und mehrstimmigen Shouts im Hintergrund.

Wie ein Filler wirkt „Partners In Crime“, der Song säuselt ein wenig vor sich hin. Schuld daran ist mitunter der lahme Sprechgesang. Das einzig interessante und vielleicht verwirrende ist hier die Verwendung dramatischer Pianomusik, welches nicht so richtig passen will.

Mit Sprechgesang kommt auch „Red Alert“ daher, an dessen Musik der New Yorker Ratatat gefeilt hat.

Insgesamt ein spaßbringendes Partyalbum, aber es fehlt die rauhe Griffigkeit des Debüts, damit das Album auch nach drei Mal hören interessant bleibt.

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