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Conor Oberst – Upside Down Mountain

Conor Oberst - Upside Down Mountain

Fast genau sechs Jahre ist es schon wieder her, dass Conor Oberst 2008 sein erstes Solo-Album veröffentlichte, das er schlicht „Conor Oberst“ betitelte. Gerade nach dem 2007er „Cassadaga“ wirkte das Album wie eine Art Selbsttherapie. 2007 war er mit Bright Eyes mit diesem Album auf Platz 4 der amerikanischen Charts gelandet und so stark im Licht der Öffentlichkeit, wie nie zuvor. So richtig gut schien ihm das nicht zu bekommen. Er flüchtete sich in eine Rolle als Messias Seele im weißen Anzug, der Abend für Abend seine Songs über Ängste, Zweifel und den Tod vortrug.

Eine Zeit, die er im 2011er Bright Eyes Album „The People’s Key“ beim Stück „Shell Games“ mit „I was dressed in white / Death obsessed like a teenager / Sold my tortured youth, piss and vinegar / I’m still angry with no reason to be“ verarbeitete. Nach „Cassadaga“ begab er sich jedenfalls nach Mexiko, um sich vor allem von seinen Alkoholexzessen während der Tour zu erholen und mit sich ins Reine zu kommen. Das Ergebnis war sein erstes Soloalbum, das er gemeinsam mit einigen Freunden, der Mystic Valley Band aufnahm, und so etwas wie ein neuer Conor Oberst.

es schon wieder zwei Jahre her ist, dass Conor Oberst gemeinsam mit Mike Mogis das letzte Bright Eyes Album veröffentlichte, war der 34-jährige Amerikaner in der Zwischenzeit nicht wirklich untätig. So tourte er vor allem viel mit Desaparecidos, nahm mit ihnen mehrere Singles auf und arbeitete vor allem am Nachfolger zu seinem 2008er .

In der Folgezeit trat der Amerikaner dann auch tatsächlich deutlich unbeschwerter auf. Gerade die Mystic Valley Band und das gemeinsame Album „Outer South“ schienen ihm neue Kraft zu geben, auch wenn der künstleriche Wert des Albums mal dahin gestellt sei. Mit Monsters Of Folk tobte sich Oberst dann ebenfalls auf einem Album aus, veröffentlichte 2011 mit „The People’s Key“ ein neues Bright Eyes Album und drei neue Singles mit Desaparecidos. Mit „Upside Down Mountain“ versucht er sich nu n wieder solo und dieses Mal sogar ganz ohne Mike Mogis an den Reglern. Dort setzte er sich nämlich gemeinsam mit seinem Nonesuch Records Labelmate und Songwriter-Kollegen Jonathan Wilson selbst hin.

Dazu passt auch, dass sein Label ihn zu „Upside Down Mountain“ wie folgt zitiert: „It’s more intimate or personal, if you will. Even if all my songs come from the same place, you make different aesthetic decisions along the way.“ Das Album ist also eine persönliche Angelegenheit. Die er im Studio natürlich wieder mit jeder Menge bekannten Namen umsetzte. Neben Jonathan Wilson, der bei vielen Songs Gitarre spielt, ist Andy LeMaster von Now It’s Overhead,Nathaniel Walcott, Mike Mogis und Jason Boesel, ebenso wie Orenda Fink von Azure Ray neben vielen anderen vertreten. Für das Albumcover zeichnet sich Ian Felice von The Felice Brothers verantwortlich. Vom Personal her ist das Album also eine bunte Mischung aus Saddle Creek und Folk-Größen. Das hört man natürlich auch. In einem Album, das mindestens so vielseitig ist, wie der Conor Oberst der letzten sechs Jahre. Zwischen ruhigen Folksongs, wie dem schön erzählten Opener „Time Forgot“, der Countryballade „Lonely at The Top“, dem besinnlichen „Night at Lake Unknown“ ist auch immer Platz für beschwingte Ausbrüche. So etwa beim ansteckend fröhlichen „Zigzagging Toward the Light“, bei dem sich Conor und seine Band gegen Ende wunderbar wuchtig ausrocken. „Hundreds of Ways“ ist auch einer dieser typischen Conor Oberst Songs, der in mittlerem Tempo daher kommt und zunehmen and Drive gewinnt. Ein Stück, das wie einige andere auch Platz auf „I’m Wide Awake It’s Morning“ von Bright Eyes hätte Platz finden können. „Upside Down Mountain“ zeigt einen gewohnt starken Conor Oberst, der sich musikalisch vielleicht auf seinen üblichen Pfaden bewegt, was jedoch nicht negativ sein muss, da das Ergebnis absolut für sich spricht und wieder einmal zeigt, das Oberst den Ruf als Songwriter-Wunderkind zurecht hat.

Conor Oberst auf Tour

07. – 09. August 2014, Rees-Haldern, Haldern-Pop
11. August 2014, Hamburg – Fabrik Hamburg
12. August 2014, Berlin – Postbahnhof am Ostbahnhof
16. August 2014, München – Freiheiz
17. August 2014, Köln – Gloria

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