Rezensionen

Cold War Kids – Dear Miss Lonelyhearts

Cold War Kids - Dear Miss Lonelyhearts

Rückblickend sehen die Indie-Rocker von Cold War Kids ihr 2011er Album „Mine Is Yours“ als Fehlgriff ihrerseits. „It was over-thought and over-produced“ sagen sie selbst. Über mangelnden Erfolg konnten sie sich dennoch nicht beschweren und so fanden sie sich mit dem Album wieder einmal in den Top 25 der amerikanischen Albumcharts wieder. Da sie das Album trotz deutlicher Steigerung zu „Loyalty To Loyalty“ als persönlichen Fehlgriff sahen hat die Band für Album Nummer 4 auf einen neuen Produzenten zurückgegriffen. An den Reglern nahm nun ein Gespann aus Modest Mouse Gitarrist Dann Gallucci und Lars Stalfors (der schon für Matt & Kim und Funeral Party arbeitete) Platz.

Gleich zu Anfang scheinen geben die Kalifornier dann auch die Marschrichtung auf „Dear Miss Lonelyhearts“ vorgeben zu wollen. „Miracle Mile“ prischt mit flottem Piano, druckvollen Gitarren und dem unvergleichlich hektischen Falsettgesang von Nathan Willett voran. Ein Song, der ähnlich große Radiokompatibilität besitzt, wie die meisten Stücke auf „Mine Is Yors“, sich allerdings ein wenig vom Stadionrock des Vorgängers distanziert.

Auf jeden Fall machen Cold War Kids damit gleich deutlich, das ihnen nach feiern zu Mute scheint. So hauen sie in der Folge auch direkt mit „Lost That Easy“ das nächste Stück mit Single-Charakter und Hitpotential raus. Ein wenig dunkler als der Opener, etwas mehr zurückgefahren und mit deutlichen Referenzen an die Anfänge der Band mit „Robbers & Cowards“. „Loner Phase“ mit seinen flächigen Synthies und einem leichten Dance-Beat zeigt Cold War Kids dann auch gleich von einer anderen Seite, die direkt in die Beine geht. Nach diesem tempo- und abwechslungsreichen Beginn machen Cold War Kids allerdings nicht das, was man erwartet hätte. Vielmehr macht die Band genau das, was man von ihren ersten beiden Alben von ihr kennt. Zwischen einer Hand voll Hitsingles packen Cold War Kids nämlich ihre typischen Blues-Songs. So croont sich Nathan dann in „Fear & Trembling“ durch ein knapp fünf Minuten langes, langsam kriechendes Stück, das noch ein wenig durch Chöre angereichert wird. Ein leider etwas deplatziert und durch Saxophon beinahe unerträglicher Bruch im Album. In der Folge wissen Cold War Kids dann auch immer seltener so zu überzeugen, wie zu Beginn des Albums. „Jailbirds“ zeigt mit wohl dosiertem Druck und einer gewissen Rockopulenz noch ein wenig Hitcharakter. Mit „Water & Power“ lässt die Band direkt im Anschluss aber direkt eine leicht kitschige Ballade folgen, nach der einzig der ruhige und reduzierte Rausschmeißer „Bitter Poem“ noch ein wenig zu entschädigen weiß. Würden Cold War Kids in Interviews zu ihrem nächsten Album „Dear Miss Lonelyhearts“ als Fehlgriff bezeichnen, bei dem sie eine gewisse Konsequenz vermissen ließen und nach starkem Beginn stark nachließen, wir würden ihnen zu stimmen.

Cold War Kids auf Tour

30. April 2013, Berlin, C-Club
2. Mai 2013, Köln, Gebaeude 9
7. Mai 2013, Hamburg, Grünspan

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