Rezensionen

Cold Cave – Love Comes Close

Foto: Myspace der Band

Lieber Wesley Eisold,

bisher kannte ich Dich nur als Sänger der Hardcore Band Some Girls. Mit deinen anderen Nebenprojekten wie Give Up The Ghost, American Nightmare oder XO Skeletons sind wohl nur deine treuesten Anhänger vertraut.

Nun hast Du dich in dein 80s Outfit geworfen und kommst mit zwei weiteren Mitstreitern als Cold Cave um die Retro-Ecke. Das ist auch okay, schließlich klingen viele Bands zurzeit als haben sie den Schlüssel zum Proberaum mehr als 20 Jahre zu spät ausgehändigt bekommen. Ich möchte Dir auch überhaupt nicht unterstellen, dass du nur auf diesen Zug aufspringst. Vielleicht hattest du schon immer eine geheime Vorliebe für Human League, Synth Pop Klänge, New Wave, Dunkelheit oder alles auf einmal.

Ich gebe auch zu, die weiten Fledermausärmel und die sorgfältig eingenähten Schulterpolster stehen Dir ziemlich gut. Besonders auf „Cebe and Me“, dem Titeltrack „Love Comes Close“ oder „Heaven Was Full“ könnte man glauben, dass wir uns in England befinden, ungefähr im Jahre 1979 oder dass Ian Curtis sich niemals umgebracht hat, sondern nach Joy Division tatsächlich in New Order gesungen hat.

Trotzdem lässt mich „Love Comes Close“ als Gesamtwerk eher enttäuscht zurück. So stark einzelne Songs auch hervorstechen, so sehr verliert sich die gesamte Platte in sich selber, ohne dass ein roter Faden erkennbar wäre. Auch kein zu sorgfältig in die Karottenhose eingenähter. „Love Comes Close“ bleibt ein schwaches Album, das eigentlich nur eine gute EP sein wollte.

Verzeih mir Wesley. Ich hätte Dir gerne einen Liebesbrief geschrieben.

Deine Kristina

Rating: ★★★☆☆
Cold Cave

Myspace // Blog // Label

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