Rezensionen

CocoRosie – Grey Oceans

CocoRosie haben sich Schnurbärte und mittelalterliche Filzmützen zugelegt, um uns auf ihrem vierten Album „Grey Oceans“ auf einen mystischen Spaziergang durch den musikalischen Märchenwald zu entführen. Durchgedreht ist kein Fremdwort für CocoRosie, doch diesmal gehen sie mit neuem, festen Bandmitglied und ihrer Zusammenarbeit mit Nico Kalwill, dem Produzenten von 15 argentinischen Platin – und Gold – Alben in eine zugänglichere Richtung.

Das Schwesternduo hat sich nie um Konventionen geschert – auch nicht auf diesem Album, die eine Explosion verschiedenster musikalischer Einflüsse ist. Detailliert eingesetzte Harfe, Trommeln, Flöten und Electro – Fetzen umschwirren lieblich verzierte Klangfolgen. Der Gesang tritt meist stark verzerrt auf. Die natürliche Stimme Bianca Casady’s erinnert an Björk, jedoch mehr mit kindlicher Leichtigkeit kokettierend und unkonventioneller. Ihr Part verbindet sich mit dem Gesang der Schwester und es kommt zu einem spielerischen Einsatz der Unterschiedlichkeit der Stimmen. Am Anfang von „Undertaker“ ist sogar die Mutter der Schwestern zu hören, die in der Sprache der Cherokees singt. Eine Aufnahme aus einer alten Kassette. Piano ist das herausstechendste Instrument. Schließlich müssen Bianca und Sierra Casady ihr neues Mitglied, den Pianisten Gael Rakotondrabe gebührend präsentieren. Klingt chaotisch? Ja und Nein. Einerseits ist dieses Album das bisher eingängigste von CocoRosie – mit “Grey Oceans” und „The Moon Asked The Crow“ sind sogar relativ klassische Songs vorhanden. Andererseits haben die Songs so viele Überraschungsmomente zu bieten, die ihnen eine tiefe Komplexität verleihen. Gepaart mit ausgefeilten Texten, die viel Symbolik und Facettenreichtum besitzen, zaubern CocoRosie ein gelungenes Album.

Rating: ★★★★½
Coco Rosie

Wer sich auch live in den Märchenwald entführen lassen will, der gehe auf folgende Konzerte:

20. Juli, Stuttgart, Wagenhallen
21. Juli, Kassel, Kulturzelt
23. Juli, Jena, KulturArena


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