Rezensionen

Choo Choo – Choo Choo (s/t)

Viel Musik aus der Schweiz ist wohl hierzulande, wenn es gestattet ist DJ Bobo einmal charmant zu übergehen, nicht bekannt. So ist es erfreulich einmal auf ein Album einer Schweizer Band der jüngeren Generation zu treffen. Diese heißen Choo Choo, was dann allerdings von alleine den scheinbaren Faible der Schweizer für Babysprache wieder aufdrängt. Wenn man diesen Namen dann doch einmal ernst nimmt, so bleibt einem wohl die Konnotation einer Dampflok und ähnlich brettert dann auch Choo Choos selbstbetiteltes Debütalbum voran.

Im September 2007 bereits sind die 11 Stücke des Albums der vierköpfigen Band aufgenommen worden. Allerdings nicht in ihrer Berner Heimat, sonder in Detroit unter Wirken von Produzent Jim Diamond, der schon bei dem Beginn der White Stripes zugegen war. Dieses Jahr erschien dann die CD, deren Stil als Garage Rock mit 60-ies Anleihen beschrieben wird. Eine gewisse Unbeschwertheit der Sechziger gepaart mit der Lok eigenen Kraft des Namen und des Garage Rock ist dann auch von Beginn an zu hören. „A Little Wiser Now“ erfüllt als Eröffnungsstück schon alle Ohrwurmqualitäten. Ähnlich treiben Schlagzeug und Gesang auch die nächsten Lieder hinterher. Musik, die nicht nur zum Kopfnicken, sondern zum tanzen auffordert. Es wird geklatscht und lalala gesungen. Eine fröhliche Mischung, die durch den nicht ganz so gewohnten Klang einer Orgel etwas interessanter gemacht wird und Choo Choo so etwas abzuheben vermag. Doch trotz der nicht zu leugnenden Eingängigkeit der einzelnen Lieder, bleiben diese leider eher banal und vergessbar. Die Texte verharren beim Status der Liebesliedchen und der Klang bleibt im Großen und Ganzen stetig der gleiche. So schafft es von Anfang an kein Stück herauszustechen, obwohl gute Ansätze, vor allem in „Losing Balance“ (durch Orgelsolo und ruhigen Schlussteil), durchaus da sind. Jemanden der gerade nach einem Album mit möglichst hohem Spaß- und Tanzbarkeitsfaktor ohne Rücksicht auf Verluste auf der Suche ist, sei Choo Choo’s Debüt also durchaus empfohlen, während dessen Eingängigkeit vielen anderen wohl eher gerade den Spaß rauben könnte.

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