Rezensionen

Chase The Dragon – Replacing Space

Ein dicker Mann hat vor ca. 20 Jahren „blühende Landschaften“ in den Neuen Bundesländern prophezeit. Was genau sich hinter diesem abstrakten Begriff verbirgt weiß wohl nur er, aber vielleicht hat er ja die aufblühende Musikszene gemeint. Nach Polarkreis 18 aus dem schönen Dresden schickt sich nun auch eine Band aus Magdeburg an die deutsche Musikszene zu bereichern. Nein, das wird jetzt kein Beitrag über Tokio Hotel, sondern über das Magdeburger Duo Chase The Dragon, die mit „Replacing Space“ nun schon ihre zweite EP veröffentlichen. Eine EP, mit der sie Kollegen zu poetischen Höchstleistungen bewegt haben und es auch schaffen, uns zu verzaubern.

Robin Kellermann (Stimme, Gitarre) und Mathias Schieweck (Synthesizer, Piano) schaffen mit wenigen punktgenau eingesetzten Mitteln, atmosphärisch dichte Songs zu schreiben, die einen bittersüßen Spagat zwischen Melancholie und Euphorie vollziehen. Die fünf Titel auf „Replacing Space“ sind verträumte Popsongs in bester Tradition der Kings Of Convenience, die mal zurückhaltend, in sich gekehrt und fast zerbrechlich wirken, wie in „The Names Of The Lands We Had Crossed“ und in „Could We“, insbesondere durch den Gesang von Robin Kellermann eine optimistische Kraft gewinnen. So entwickelt sich „Replacing Space“ zu einem Soundtrack im Schlafwandeln, man spaziert nahe am Abgrund, ist aber tief verträumt und erwacht in der warmen Geborgenheit des eigenen Betts. Wie man auch das Gefühl beschreiben mag, dass Chase The Dragon in ihrer Musik transportieren, der dicke Mann muss offensichtlich gewusst haben, dass in den Neuen Bundesländern großes Potential erblühen wird.

Live-Mitschnitt von „The Lasting“:

httpv://de.youtube.com/watch?v=GBIdXAGc3Do

Myspace der Band mit Hörproben
Homepage der Band

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