Rezensionen

Charlotte Gainsbourg – IRM

Als Kind berühmter Eltern hat man es nicht immer leicht, alle wünschen sich, dass man in die Fußstapfen der Eltern tritt und wenn man die Kinder das dann auch noch tun, werden sie von den Medien umso kritischer beäugt. Charlotte Gainsbourg, Tochter der französischen Ikone Serge Gainsbourg und der englischen Schauspielerin Jane Birkin hatte es da mit gleich zwei berühmten Elternteilen wohl nicht wirklich leichter, entschloss sich aber zum einzig richtigen Schritt und wurde sowohl Sängerin, als auch Schauspielerin. Eine singende Schauspielerin also, oder doch eine schauspielernde Sängerin? Egal, ein Multitalent jedenfalls, wie sie mit ihrem letzten Album „5:55“ und zuletzt in Lars von Triers „Antichrist“ unter Beweis stellte. So hat sich die mittlerweile 38jährige Französin natürlich auch längst einen Ikonen-Status in ihrer Heimat erarbeitet.

Das macht es wahrscheinlich auch deutlich einfacher Künstler für Kollaborationen zu gewinnen, beispielsweise einen Beck Hansen, der zwar noch für „5:55“ absagen musste, sich dann aber für das neue Werk komplett zur Verfügung stellte. Die Zusammenarbeit fruchtete laut Interview mit den beiden, das als Presseinfo beigelegt war, noch besser als erwartet. Wohl deswegen, weil beide trotz unterschiedlicher Herangehensweise an Musik, doch einen ähnlichen künstlerischen Hintergrund haben. Beck’s Eltern sind schließlich der Studiomusiker und Dirigent David Campbell und Bibbe Hansen, eine Künstlerin aus dem Umfeld von Andy Warhol. Und tatsächlich, das Produkt dieses Albums, zu dem sich diese beiden hochgradig talentierten und unkonvetionellen Künstler zusammen gefunden haben, kann sich durchaus hören lassen. Der Einstieg allerdings gestaltet sich mit „Master’s Hand“, in dem afrikanische Trommelrhythmen, elektronische Beats mit Streichern und dem sanften Flüstergesang von Charlotte Gainsbourg gepaart werden, dann aber doch recht schwer. Die Elemente wollen nicht so recht zusammen passen und so pluckert der Song dann eher schwerfällig aus den Boxen. „IRM“ nimmt zwar etwas Fahrt auf, gestaltet sich allerdings ähnlich schwer, wie der Opener. Das Blatt wendet sich jedoch mit „Le Chat Du Café Des Artistes“, einer Cover-Version des 60ies Klassikers von Jean-Pierre Ferland. Der gesangliche Vortrag von Charlotte Gainsbourg kommt sanft und gefühlvoll daher, die Instrumentierung mit Streichern verdichtet die Stimmung zudem. Das hält dann auch in der Folge so an, und mündet in gefühlvolle ruhige Nummern, wie „In The End“, ein Duett mit Hit-Potential, wie „Heaven Can Wait“ und sogar leicht rockige Nummern, wie „Trick Pony“. Soll heißen, ist der Einstieg in „IRM“ einmal geschafft, offenbart sich dem Hörer ein gelungenes Werk zweier begnadeter Künstler.

Rating: ★★★½☆
Charlotte Gainsbourg

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