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Cattle & Cane – Home

Cattle and Cane

Als wir uns 2008 entschlossen, WhiteTapes zu machen, war eines unserer Ziele, auch Bands, die uns einmal positiv angesprochen haben, möglichst im Auge zu behalten, um die Entwicklung zu verfolgen und sie zu unterstützen, sofern wir weiterhin etwas in ihrer Musik sehen, dass uns Spaß macht und von dem wir denken, dass ihr es euch auch nicht entgehen lassen solltet.

So kommt es, dass wir Künstler, wie zum Beispiel The Lake Poets und Ajimal bereits auf dem Schirm hatten, als sie gerade ihre ersten Demos veröffentlichten und sie seitdem immer wiederkehrende Gäste bei uns sind.

Auch Cattle & Cane, die sich nach einem Song von The Go-Betweens benannten, zählen zu dieser Riege. Und wie die beiden erwähnten Künstler, stammen sie ebenfalls aus dem britischen Nord-Osten.

Aus Thornaby-on-Tees, um genau zu sein. Eine 25.000 Einwohner Stadt, unweit von Middlesbrough und Stockton-on-Tees, der Heimat von Young Rebel Set (noch so eine Band, die hier Dauergast ist und deren ehemaliger Lead-Gitarrist und Co-Writer Patrick Jordan das Cattle & Cane Debüt nun produzierte).

Nach zahlreichen Single- und EP-Veröffentlichungen und dem Erfolg von einer Million Streams ihrer Single „I Will Rise“ bei Spotify, nahm die Band, die aus vier Geschwistern und ihrem besten Freund besteht, in diesem Jahr ihr Debüt auf, das sie über Pledge Music finanzierten – auch, wenn die Band dank des Erfolgs von Bands, wie Mumford & Sons, Brother & Bones und The Staves sicher keine Probleme gehabt hätte, ein Label zu finden. Cattle & Cane entschieden sich aber für ihren eigenen Weg. Die Platzierung ihrer Songs in Rotationen der großen britischen Radiosender und zahlreiche ausverkaufte Konzerte auf der anstehenden Tour, sprechen für den Erfolg dieses Wegs und „Home“ unterstreicht, dass sie diesen Erfolg auch verdienen. Das Album bewegt sich in einem ähnlichen Spektrum, wie die drei erwähnten Bands, setzt dabei jedoch nicht auf Banjos, oder dumpfe Stumpfrhythmen.

Das Quintett drückt seine Liebe zu Folkmusik aus, bedient sich bei Country und auch ein wenig Bluegrass und hat keine Berührungsängste mit großen Popgesten und süßlichen Melodien. Die Bandbreite reicht dabei von nachdenklich ruhigen Tracks, über sonnige Mid-Tempo-Nummern, bis hin zu rockigeren Momenten mit orchestralen Sounds, wie sie Fans von Noah & The Whale schätzen dürften. Der abwechselnde Gesang und die sehr unterschiedlichen Stimmen von Helen Hammill. Fran Hammill und Vin Hammill, verleihen jedem Stück seine individuelle Note und tragen zusätzlich zum Feelgood-Faktor des Albums bei. „Home“ ist zwar bestimmt kein Album, mit dem der Folk-Pop neu erfunden wurde, aber dennoch ein Werk, das zu den besten auf diesem Gebiet in diesem Jahr zählen dürfte und das eine junge Band zeigt, die ganz sicher ihren Weg gehen wird und die es mit ihrer Musik vielleicht sogar schaffen könnte, die USA zu erobern.

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