Rezensionen

Caspian Sea Monster – „Caspian Sea Monster“ (s/t)

Caspian Sea Monster

Es gibt Bands, da schießen einem beim lesen des Namens schon zahlreiche Assoziationen durch den Kopf. So auch bei Caspian Sea Monster aus Chemnitz. Gleich das erste Wort des Namens lässt einen wahlweise an das Kaspische Meer, oder an die US-Amerikanische Band mit diesem Namen denken. So gesehen erstmal gar nicht verkehrt, denn der Bandname leitet sich von einem russischen Fluggerät ab, das erstmals über dem kaspischen Meer gesichtet wurde und der Sound der Band siedelt sich durchaus beim Post-Rock an. Zwei Assoziationen, die also gar nicht so verkehrt liegen und so muss man dann auch glücklicherweise nicht die Herkunft der Band für weiteres zu Rate ziehen.

Vor fünf Jahren also fanden sich die vier Chemnitzer in der aktuellen Formation zusammen und nachdem Caspian Sea Monster zunächst ein Nebenprojekt war, widmen sich die Musiker nun mit mehr Nachdruck dem Projekt. Auf ihrem Debüt, das sie der Einfachheit „Caspian Sea Monster“ nannten, bietet die Band neun Songs, bei denen sie – ganz Post-Rock – fast nie unter fünf Minuten bleiben. Die Einordnung als Post-Rock ist aber selbstverständlich etwas oberflächlich. Wenn die Band sich beispielsweise brodelnd durch den Opener „Basement“ schlängelt, hört man komplexe Sounds mit nachdenklicher Note, bei denen melancholischer Post-Punk beschworen wird, ehe Caspian Sea Monster gegen Ende mit viel Hall und etwas erhöhtem Tempo eine wohlige Soundwand auftürmen. Ein Schema, das die Band in der Folge immer weiter verdichtet. Kühle, ausufernde Klangflächen reiben sich an emotional aufgeladenen Ausbrüchen mit dramatischem Gesang, wie etwa bei „My Line“ und dem anschließen temporeich rockenden „Parts“. Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Verschnaufpausen, bei denen Caspian Sea Monster mit wenigen Mitteln eine nachdenkliche Stimmung erzeugen. Hier liegt manchmal der Knackpunkt, an dem sich die Band etwas zu sehr driften lässt und der Hörer den roten Faden verlieren könnte, zum Beispiel beim gemächlich pluckernden „Spinning Wheel“, das dürfte aber sehr von Situation zu Situation von der Stimmung der Hörers abhängen. Am Ende fängt die Band einen aber immer wieder ein und macht ihr Debüt so zu einer abwechslungsreichen und spannenden Reise durch ihre ganz eigenen Soundwelten.

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