Rezensionen

Case Conrad – Leikko

Case Conrad - Leikko

Es ist ja eine beliebte Masche, bei der Vorstellung von Bands die bisherigen Stationen einzelner Mitglieder zu nennen. Das klingt dann nach Erfahrung und lässt den Rezenseten im Zweifel ebenfalls mit Know-how glänzen, ohne, dass er jemals von einer dieser Bands gehört hat. So ist das bei Case Conrad. Im Vorstellungstext wird davon gesprochen, dass Mitglieder von Gustav and the Seasick Sailors, Tarantula Waltz, The Last of the Julian Line, Big Summer, King of Prussia und Shooting John „ihre Talente in Case Conrad vereinen und neue Höhen in ihrer Kreativität erreichen“. Wir würden lügen, wenn wir behaupten, jemals von einer der Bands gehört zu haben und den meisten interessierten Fans des Indie dürfte es ähnlich gehen.

So klingt die Liste der ehemaligen Projekte der Mitglieder mehr nach einer Aneinderreihung von Schülerbands und dürfte dem Leser herzlich wenig nützen. Interessanter ist da schon der Entstehungsprozess des Albums, dessen Songs über einen Zeitraum von einem Jahr an zehn verschiedenen Orten entstanden sind. Gemischt wurde es im Anschluss von Cristoffer Roth in den Dubious Studios (The Concretes, Moneybrother).

Hauptinspiration für „Leikko“ war laut Case Conrad die Umsiedlung der Band von Schweden nach Spanien und die Erlebnisse auf der US-Tour. So bieten die Schweden auf ihrem zweiten Album dann auch alles andere als typischen Northern Blues. „Leikko“ ist lockerer Indie-Pop mit nett verträumter Note und atmosphärischen Elementen. Mal mit großen Gesten, die aus dem Stadionrock entliehen sind, mal mit stillen, berührenden Elementen. Immer flauschig und niemals aufdringlich, irgendwo zwischen Cats On Fire, Holmes, Bell X1 und Wintersleep. Ausbrüche oder richtig laute Töne sind Case Conrad dabei zwar völlig fremd, aber die braucht es gar nicht, um „Leikko“ zu einem Album zu machen, das perfekt dafür ist, die Seele baumeln zu lassen. Das Album ist in einem ständigen Fluss und so etwas wie ein in Musik gefasster Zen-Garten. Vielleicht nichts für jeden, aber extrem wohltuend und immer gut anzuhören.

Case Conrad auf Tour

18. Februar 2014, Norderstedt, Music Star
20. Februar 2014, Hamburg, Astra Stube
21. Februar 2014, Dresden, Nikkifaktur
22. Februar 2014, Jena, Café Wagner

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