Rezensionen

Carsten Klatte – Carsten Klatte (s/t)

Carsten Klatte dürfte einer dieser Musiker sein, von denen man unbemerkt vielleicht schon häufiger gehört hat. So unterstützte er etwa Wolfsheim, Peter Heppner, Goethes Erben, Einstürzende Neubauten und sorgte für die passenden Gitarrensounds bei Project Pitchfork. Alles Namen, die durchaus zu Assoziationen führen, der Name Carsten Klatte wirkt dagegen völlig unbekannt. Das liegt natürlich auch daran, dass er in seinem Soloschaffen bisher nur als Lacasa del Cid in Erscheinung trat. Um seinen eigenen Namen nun auch einmal ins Bewusstsein der Musik-Gemeinde zu rücken, präsentiert er nun ein neues Album, das genau so heißt, wie er.

Dafür entfernt er sich ein ganzes Stück von den dunklen Klängen seiner Referenzprojekte, hin zu Klängen bekannter Künstler, wie Tom Waits, Nick Cave oder Neil Young. Wobei der Name Philipp Boa auch nicht in der Liste vergleichbarer Künstler fehlen darf. Denn in seiner Stimme hat Klatte immer diesen ähnlichen wütenden Unterton mitschwingen, der auch Boa so auszeichnet. Was auch daran liegen mag, dass beide aus sehr ähnlichen Szenen kommen. Statt des dunklen Elektro-Sounds vieler seiner Projekte, zückt Klatte wie gesagt die Western-Gitarre und erzählt mit rauen Klängen Geschichten, die das Leben schreibt. Mit seiner gewissen Schnoddrigkeit in der Stimme zieht Klatte zahlreiche emotionale Register und bewegt sich von beinahe schmusigen Klängen bis zu größtenteils marschierenden Country-Stücken. Gerade wegen der stimmlichen Leistung, die über allen Stücken thront, haben alle Songs eine durchaus markante Note. Einzig musikalisch wäre ein wenig mehr Variation das ein oder andere Mal wünschenswert. Aber das soll den Blick dennoch nicht davon ablenken, dass Klatte mit seinem selbstbetitelten Album eine gute Begründung geliefert hat, warum man sich seinen Namen nun merken sollte.

Rating: ★★★½☆
Carsten Klatte

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