Rezensionen

Cargo City – Talking To Myself

Cargo City - Talking To Myself

Zwei Jahre nach dem dritten Cargo City Album „Dance/Sleep“ wurde es wieder Zeit für einen Release der Band. Schließlich vergingen zwischen Album 2 und 3 bereits nur drei Jahre, ein Rhythmus an den sich Fans gewöhnt haben. Gewöhnt haben sie sich auch an die stetige Entwicklung von Cargo City. Seit dem Debüt 2008 ist die Klangwelt von Simon Konrad im ständigen Fluss, sie wächst und wird voller. Dieser Entwicklung ist auch geschuldet, dass sich Cargo City mit Album Nummer 3 von einem Soloprojekt zur Band entwickelte. Einer Band, die auf „Dance/Sleep“ zum feiern aufgelegt war und ein treibendes Pop-Album mit Dance- und Indie-Rock-Elementen bot, das sich nach einigen Durchläufen zu einer kleinen Popperle mauserte. Zwei Jahre nach diesem Album sind Cargo City also zurück. Wobei sie eigentlich auch nie wirklich weg waren. So tourten sie ziemlich regelmäßig und arbeiteten an Soundtracks mit. Unter anderem für den neuen Martina Gedeck Film „Bastard“, der im April in die Kinos kommt. Zwischendurch veröffentlichten sie auch noch eine Single mit dem Namen „Thank You, Jonathan“, die Simon dem Autor Jonathan Safran Foer, der Simon mit dem Buch „Tiere Essen“ zum Nachdenken brachte.

Das Stück bildet ein gelungenes Bindeglied zwischen seinen Alben. Es besitzt einen organischen Songwriter-Sound, der die Vergangenheit der Band abbildet und mischt diesen mit pluckernden Rhythmen, gezupften Gitarren und cleverem Percussion-Einsatz. Die seit „Dance/Sleep“ bekannte Gesangsstruktur, bei der Simon von Nadine unterstützt wird, tut ihr übriges. In der Summe macht das ein Stück, das gekonnt zwischen den Soundwelten der Band schwebt und einen fließenden Übergang ermöglichte. Die Eröffnung des Albums fällt allerdings erst einmal etwas schwerer. „Chlorine in Your Eyes“ schleicht gemächlich vor sich hin und will einfach keinen Berührungspunkt liefern, an dem man wirklich richtig in den Groove des Stücks kommen könnte. Das ändert sich dann aber mit der aktuellen Single „Me and My Headphones“. Simon Konrad singt zu einer Melodie, die sich auf Bass, Synthies und Gitarrenzupfen aufbaut, über das Gefühl sich mit Musik auf den Ohren von der Außenwelt abzukapseln.

Das macht die Band bis zur Albummitte meist in recht gemächlichem Tempo. Dabei gleiten die Melodien sanft und entspannend aus den Lautsprechern und umschmeicheln den Hörer. Erst mit „The Waltz of the Lonely Bird“ trauen sich Cargo City dann etwas aus sich heraus. Der Song wird zur Mitte angenehm um ein Orchester angereichert und zu einer kleinen Popperle, die den Frühling umarmt – der derzeit leider noch etwas auf sich warten lässt. Diese kleinen hymnischen Momente gepaart mit der tiefen Entspanntheit der meisten Songs auf „Talking To Myself“ machen das Album zu einer angenehmen Hörreise, die mit jedem hören wächst.

Cargo City auf Tour

11. April 2013, Essen, Weststadthorizont/Weststadthalle
12. April 2013, Frankfurt, Zoom
13. April 2013, Ulm, Cat
19. April 2013, Mainz, Schon Schoen
20. April 2013, Köln, Underground
24. April 2013, Leipzig, Werk 2
25. April 2013, Hamburg, Astra Stube
26. April 2013, Berlin, Privatclub
27. April 2013, Weinheim, Cafe Central


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Discussion

  1. […] Nach vier Alben, über 200 Konzerten und mehr als sechs gemeinsamen Jahren bleibt das 2012er Album “Talking To Myself” der letzte offizielle Release der Band. Ab Freitag befinden sich Cargo City nun auf ihrer […]

    Posted by Cargo City – Gratis-Download “The Cat In The Backyard” zum Abschied | WhiteTapes | Januar 7, 2014, 2:47 pm

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