Rezensionen

Cargo City – On.Off.On.Off.

Beinahe entstand bei uns der Eindruck, Frankfurt sei eine dieser Städte, die indie-musikalisches Niemandsland darstellen. Schon überraschend jedenfalls, dass mit Miyagi, Ghost Of Tom Joad und Muff Potter gleich mindestens drei Bands, die eng mit Münster verbunden sind innerhalb der letzten sechs Monate wirklich tolle Alben vorlegten. Und was kommt aus Frankfurt, dieser einzigen deutschen Metropole mit Skyline? Nichts. Aber, das relativiert sich wahrscheinlich dadurch, dass wir keine regionale Verbundenheit in die Richtung haben und Veröffentlichungen deshalb viel schneller an uns vorbei gehen, als es die Münsteraner täten. So fand sich Frankfurt also seit Start dieses Magazins nur in Tour-Daten bei uns wieder, ist Frankfurt also eine dieser Städte, die nur von Indie-Musikern besucht werden, in der es aber keine gibt?

Mitnichten. Die Musiker sind wie gesagt einfach unter unserem Radar geflogen / getourt. So veröffentlicht nun also der Frankfurter Simon Konrad mit seinem Solo-Projekt Cargo City bereits sein zweites Album „On.Off.On.Off“. Bereits auf seinem Solo-Debüt paarte er sanftes Gitarrenspiel mit schmachtenden Gesangsparts, untermalt von einem Drum-Computer. Für sein Zweitwerk durfte es dann ruhig etwas mehr sein und es findet sich von Percussions bis zu Bläsersätzen nun eigentlich alles wieder, was eine komplette Indie-Kapelle sich wünschen könnte. Auch beim Gesang ist er nicht allein, da lässt er sich nun nämlich bei einigen Songs von Pianistin Nadine Renneisen begleiten. Aus diesen Zutaten ergießen sich dann zwölf Songs, mal etwas lauter, meist leiser Natur aus den Lautsprechern und umschmeicheln sanft die Gehörgänge des Hörers. Im Vordergrund dabei immer Simon’s Gitarrenspiel und sein Gesang. Dank der vielen unterstützenden Elemente wirkt das Album nun auch mehr wie ein Band-Album – wenn sich etwa die Instrumente beim Opener „Hold On In The Rye, Holden“ laut emporschwingen – als wie ein Singer-Songwriter-Album. Das soll es wahrscheinlich auch gar nicht sein. So zeigt das Album das, was Cargo City auch live darstellt, eine Band um Simon Konrad, mit sanften, eingängigen Indie-Pop-Harmonieen, das den kommenden Sommer warm umarmt und mit den Songs „Lately…“, das etwas an Kristofer Âström erinnert, der schönen Piano-Ballade „But Then Daryl Sings Again“ und dem beschwingten „Rearview Mirror“ sogar drei Hits bereit hält, die Frankfurt nun auch endgültig einen festen Platz auf unserer musikalischen Landkarte geben werden. 

Rating: ★★★★☆
Cargo City
Video zu „Lately…“

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