Rezensionen

Cargo City – Dance/Sleep

Gerade erst 2007 gründete Simon Konrad sein Projekt Cargo City und veröffentlichte schon ein Jahr später sein Debüt „How To Fake Like You Are Nice And Caring“, auf dem er gut gemachten Songwriter-Pop präsentierte. Ein weiteres Jahr später erschien dann auch schon mit „On.Off.On.Off.“ das zweite Cargo City Album. Simon war etwas gereift, die Themen etwas ernster und der Sound etwas ruhiger. Ein tolles Album, das gern als Beleg für das große Potential der deutschen englischsprachigen Singer-Songwriter Szene herangezogen werden kann. Nach einer langen Tour zum Album schien er aber nicht an Pause zu denken, sondern steuerte im letzten Jahr ein paar Songs zum Soundtrack von „Vincent Will Meer“ bei.

Simon Konrad scheint sich also zu einer Art Songwriter-Workaholic zu entwickeln. Da passt es gut ins Bild, dass ein Jahr nach dem Soundtrack zu „Vincent Will Meer“ bereits das nächste Cargo City Album erscheint. In der Zwischenzeit hat sich aber nicht nur bei Simon’s Songwriting etwas getan, auch das Projekt selbst ist gewachsen und nun von einem Soloprojekt zu einer ganzen Band gewachsen. Ein Umstand mit dem auch auffällige Veränderungen im Sound von Cargo City einhergehen. Das macht schon der Titeltrack von „Dance/Sleep“ klar. Wummernde Beats untermalen die akustische Gitarre von Simon. Dazu singt er in den Refrains mit viel Stimmeinsatz in einem Stück, das direkt auf Indie-Disco und Radio abzielt. Aus Songwriter-Pop scheint nun Breitwand-Pop geworden zu sein. Das untermauert auch das starke „Not Like Us“, das mit viel Gefühl, einem Chor und viel großer Geste eine wohlige Gänsehaut zaubert. Das ist nicht Cargo City, wie man es von den ersten beiden Alben kennt, aber dennoch sehr gelungener Pop. Stark auch das düstere „The Choir“, wie der Titel selber schon sagt auch wieder mit Chor und cleverem Spannungsbogen. Der Bandsound steht Cargo City also auch gut zu Gesicht. Ein Manko gibt es allerdings doch bei allen schillernden Verlockungen eines zugänglicheren Bandsounds. Die Tiefe in Songwriting und Sound, bei denen sich Simon Konrad häufig auch nicht den Konventionen des Genres unterworfen hat und die Struktur seiner Songs nach den Aussagen die er treffen wollte gerichtet hat, ist einem engeren gewollt poppigeren Ansatz gewichen. So kann man „Dance/Sleep“ im Kontext der bisherigen Cargo City Veröffentlichungen vielleicht sogar als kleine Enttäuschung sehen. Als Album für sich genommen ist es aber ein unterhaltsames Pop-Album mit vielen tollen Melodien und starken Songs wie „Not Like Us“, „Let’s Fail In Love“ und „Life In Reverse“.

Rating: ★★★½☆
Cargo City
Cargo City auf Tour:

26. April, Hannover, Cafe Glocksee
27. April, Braunschweig, Luke 6
28. April, Bremen, MS Treue
29. April, Düsseldorf, Pretty Vacant
30. April, Münster, Amp
01. Mai, Regensburg, Die Heimat
02. Mai, Innsbruck, Weekender
03. Mai, München, 59to1
05. Mai, Biberach, Abdera
07. Mai, Wiesbaden, Kreativfabrik
08. Mai, Bensheim, PiPaPo
10. Mai, Potsdam, Waschhaus
11. Mai, Hamburg, Haus 73
12. Mai, Leipzig, Werk2
13. Mai, Berlin, NBI
14. Mai, Plauen, Club Zooma
17. Mai, Frankfurt, Sinkkasten


Cargo City – Dance Sleep von Revolver_Promotion

Cargo City – Dance Sleep by RevolverPromotion

Interview // Facebok // Myspace // Homepage // Label

Foto auf Startseite: Ariane WhiteTapes

Discussion

  1. […] Tourmusikern auch offiziell eine Band gemacht hat und gemeinsam das durchaus erfolgreiche Album “Dance/Sleep” veröffentlichte, erschien Anfang des Jahres bereits das zweite Bandalbum “Talking To […]

    Posted by Wir präsentieren: Cargo City – auf Abschieds-Tour Anfang 2014 | WhiteTapes | Januar 10, 2014, 2:49 pm

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