Rezensionen

Camera Obscura – My Maudlin Career

Wenn der Frühling nicht schon mit traumhaftem Wetter Einzug in unser Land gehalten hätte, dann würde er spätestens mit dem vierten Album von Camera Obscura Einzug halten, die eine frische Frühlingsbrise, ausgrechnet aus Schottland, in die Welt schicken. „Meine gefühlvolle Karriere“ bedeutet der Albumtitel grob übersetzt, jede Menge Gefühl ist dann auch drin. Schon im Opener „French Navy“ ist es besonders die Stimme von Sängerin Tracyanne Campbell, die ab der ersten Sekunde verzaubert. Dabei wird sie unterstützt von einem zuckersüßen orchestralen Pop-Sound, der aus dem Stück eine verträumte Hymne auf die kleinen Schwärmereien macht.

Liebe in all ihren Verstrickungen sind auch das durchgängige Thema des Albums, meist in Form von gescheiterten Liebschaften, oder hoffnungslosen Schwärmereien. Untermalt vom angesprochenen Twee-, Dream-Pop-Sound ergibt das eine bittersüße Mischung. Insbesondere die Qualität von Campbell’s Stimme lässt Trauer und Liebeskummer so romantisch klingen. Im Sound zeigt die Band trotz nicht wirklich umfangreicher Instrumentierung eine riesige Bandbreite. Da gibt es viele Dream-Poppige Elemente mit Streichern, Bläsern und Gitarren, die gewaltige Frühlings-Soundwände erschaffen, aber auch zurückhaltende Folk-Songs, etwa der Song „You Told A Lie“, der etwas an den ebenfalls zuckersüßen Folk-Pop von The Whispertown2000 erinnert. Nicht zuletzt aufgrund der stimmlichen Nähe von Morgan Nagler zu Tracyanne Campbell. Am Ende findet Campbell im von einer Trompete angefeuerten Song „Honey In The Sun“ übrigens ihre Liebe und beschließt das sonnendurchflutete Album mit einem Happy End. Vielleicht auch eines für die Band, die nun endgültig vom Geheimtipp zu einer echten Größe im Indie und vielleicht auch (zumindest im britischen) im Mainstream werden könnte.

Das gesamte Album vorab hören:


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