Rezensionen

Camera Obscura – Desire Lines

Camera Obscura - Desire Lines

Seit nunmehr 17 Jahren stehen die Schotten von Camera Obscura neben den ebenfalls aus Glasgow stammenden Geschwistern im Geiste Belle & Sebastian für so etwas, wie die Personifizierung des Schönklangs in der Popmusik. Während es die guten Freunde von Belle & Sebastian in diesen 17 Jahren auf acht Alben, mehrere Top Twenty Platzierungen und auch zu weltweiter Beachtung gebracht haben, standen Camera Obscura immer ein wenig in ihrem Schatten. Sie verloren Bandmitglieder an Belle & Sebastian und blieben immer so etwas, wie ein Geheimtipp. Vielleicht liegt es auch an den stetigen Besetzungswechseln, dass es die Band nun erst, vier Jahre nach „My Maudlin Career“ geschafft hat, Album Nummer 5 zu veröffentlichen. Wahrscheinlich wollten sie sich aber einfach nur Zeit lassen, schließlich nahm ihre Karriere mit dem vierten Album endlich etwas Fahrt auf und auch Camera Obscura durften sich über erste Chartplatzierungen freuen. Damals hatten sie auch ihre Heimat bei 4AD gefunden. Eine Zusammenarbeit, die so gut fruchtete, dass nun auch Desire Lines dort erscheint. Und wie schon beim Vorgänger machen Camera Obscura einfach das, was sie am besten können: Sonnengeschwängerte Popsongs mit zuckersüßer Melodie, filigranem Instrumenteneinsatz und eingängigen Refrains schreiben.

Neben dem bekannten Sound der Band bietet das Album auch Gastauftritte von Neko Case und Jim James von My Morning Jacket. Im Fokus steht aber der Eingangs erwähnte Schönklang. Ab der ersten Minute zelebrieren Camera Obscura auf ihre ganz unvergleichliche Art und Weise den Indie-Pop. Eine heile Welt, in der die Welt voller Geigen hängt und alles gut ist. Den Sound der 60er und 70er ganz tief im Herzen, mal folkiger mal mit Country-Einschlag und mit Steel-Guitar, aber immer gut gelaunt, spielen sich die Schotten durch ihre Songs und malen mit bunten Farben ihre Songs an den blauen Sommerhimmel, der auch nur selten voller Geigen hängt.

Das einzige, was man Camera Obscura vorwerfen könnte ist vielleicht, das bei ihnen immer alles gut, schön und nett ist. Das ist aber nun einmal Absicht, die Schotten wollen keine Ecken oder Kanten, sie wollen wunderbar ausgeschmückte Popwelten erzeugen, in die man sich zum Träumen zurückziehen kann. Dafür schreiben sie ihre Songs mit so viel Liebe zum Detail und Sinn für Melodien, dass Ecken und Kanten auch nur stören würden.

Facebook // Homepage // Myspace // Label

Musik von Camera Obscura bei Amazon.de kaufen

Discussion

  1. […] 180 51 Delphic – Collections 52 Vampire Weekend – Modern Vampires of the City 53 Camera Obscura – Desire Lines 54 Kurt Vile – Wakin On A Sunny Daze 55 Ólafur Arnalds – For Now I Am Winter 56 Stornoway […]

    Posted by WhiteTapes Record Of The Year 2013 – das Ergebnis | WhiteTapes | Januar 1, 2014, 8:24 pm

Archive