Rezensionen

Broken Records – Until The Earth Begins To Part

Schottland ist eines dieser Länder, dass seine Einwohner durch karge Hügellandschaften, dichte Herbstnebel und grüne Wiesen formt, wie kaum ein anderes. Da ist es kein Wunder, wenn sich die Herkunft bei vielen schottischen Musikern auch deutlich in der Musik niederschlägt. Das äußert sich zum Beispiel, indem die Bands im Falle von Glasvegas im heimatlichen Akzent singen, oder wenn Bands wie De Rosa ein Album beinahe komplett ihrem Landstrich widmen, die 1990’s einen Song über eine Buslinie aufnehmen, oder bei James Yorkston indem er schon im Titel dem Küstennebel „Haar“ gemahnt. Manchmal aber auch versuchen Bands durch Verknüpfung von schottischem Folk und schottischem Alternative-Rock die bekanntesten indie-musikalischen Merkmale ihrer Heimat zu einem eigenen Sound zu verknüpfen. My Latest Novel haben dies nun bereits über zwei Alben erfolgreich gemacht.

Auch sieben Jungs aus Edinburgh haben den Sound ihrer Heimat tief verinnerlicht und sich 2006 zu Broken Records zusammen gefunden. Auf ihrem Debüt „Until The Earth Begins To Part“ präsentieren sie nun ihre Version der Verknüpfung von schottischem Folk mit Alternative-Rock. Von der ersten Minute an kann das Debüt seine Herkunft nicht verleugnen. Wie der über den Highlands aufziehende Nebel baut sich der Opener „Nearly Home“ auf und verdichtet sich unter Geigen, verzerrten Gitarren und der melodramatischen, akzentgeschwängerten Stimme von Jamie Sutherland, zu einer gewaltigen Wall of Sound. Gegen Ende nimmt der Track beinahe Glasvegas Ausmaße an, das wird aber durchbrochen durch die Folk-Elemente, die beinahe an Arcade Fire gemahnen. Nicht wirklich klanglich, aber in der Liebe zum sphärischen und zur Dramatik, mit der Broken Records die Klangschichten aufeinander türmen. Im weiteren Verlauf gesellen sich dann häufig Trompeten mit ins Arrangements, die im Zusammenspiel mit Geigen und etwas zurück gefahrenen Gitarren beinahe ein wenig Polka in die Songs tragen. Aber auch nur beinahe, gerade der Gesang von Jamie Sutherland holt trägt die Stücke Richtung Pop-Ufer. Im Fall des Titel-Tracks ist das fast schon Piano-Pop, so ergreifend, dass sogar Bell X1 auf diesen Song stolz wären. Wie so oft steigert sich auch dieses Stück ins hymnische und die Band tobt sich mit einer gewaltingen Soundwand aus. Songs wie „A Promise“ sind dann wiederum typischer Folk, der im Verlauf auch wieder mächtig anfängt zu stampfen. Nach dieser Rezeptur funktionieren die meisten der Songs, mal in folkiger, mal in poppiger, mal in rockiger Ausführung. In diesen gleichförmigen, immer wieder kehrenden Mustern liegt leider auch die Crux von „Until The Earth Begins To Part“, denn das bereits im Opener erfolgreiche System wird auf Dauer ein wenig langweilig. Ein wenig mehr Abwechslung und etwas weniger Pathos, gerade in den Balladen, täte dem Songwriting und der Band noch besser und würde aus einem guten Album ein richtig tolles Album machen.

Rating: ★★★½☆
Broken Records

Video zu „Until The Earth Begins To Part“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=ntH9Pkj7GwA

Das Album in voller Länge:


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Broken Records
Myspace // Homepage // Label

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