Rezensionen

Broken Bells – Broken Bells (s/t)

The Shins treffen Gnarls Barkley, klingt nach einer potentiell Hit verdächtigen Kombination von amerikanischen Musikern, die allerdings auch beinahe utopisch wirkt. Warum? Da ist diese 1997 gegründete Band aus Albuquerque, die durch Soundtrack-Platzierungen im tollen Film Garden State, durch die zuckersüße Natalie Portman Mitte der 00er Jahre ihren Durchbruch feierte. Auf der anderen Seite eine Kollaboration des Hip-Hop-Produzenten Danger Mouse und des Sängers Cee-Lo Green. Zwei Bands mit unterschiedlichstem Hintergrund und Heransgehens- und Denkweisen. Über ihre kreativen Köpfe James Mercer und Brian Burton fanden sie nun dennoch nach einem Treffen in Roskilde 2004 zusammen. Zwar nur in Personalunion der Beiden. Dennoch klingt das Ergebnis, das auf den Namen Broken Bells hört, als hätte man The Shins zusammen mit Gnarls Barkley ins Studio geschickt.

Besonders The Shins scheinen da am häufigsten durch. Der Opener „The High Road“ ist da noch am weitesten von entfernt. Mit zurückgefahrener Instrumentierung, Synthieflächen, einem Chor und James Mercer’s eindringlichem Gesang ist er auch der deutlichste Hit des Albums. „Vaporize“ könnte mit seinen fröhlichen Orgelklängen und Mercer’s unverkennbarer Art zu singen, könnte genau so eigentlich auch von einem The Shins Album stammen. Klar gibt es da noch ein paar elektronische Einspielungen, ein Keyboard und andere Spielereien, die gab es aber auch bereits bei The Shins, wozu also ausgerechnet Brian Burton hier von Nöten war bleibt schleierhaft. Das ist auch die Crux von Broken Bells, zu häufig scheint die Rolle von Brian Burton eher auf das tunen der Stücke beschränkt. „Sailing To Nowhere“ ist auch so eine ruhige The Shins Nummer, die vor allem den Wunsch nach einer baldigen Rückkehr der Sub Pop Indie-Band Nummer 1 aufkommen lässt. Natürlich gibt es mit „The Ghost Inside“, das mit einem Hip Hop Beat aufwartet und in dem James Mercer singt, als hätte er sich bestimmte Körperteile abgeklemmt, auch die Momente, in denen man den Einfluss von Brian Burton deutlich spürt. Das bleibt dann aber auch auf eine Minderheit der Stücke beschränkt. Der Großteil des Albums ist allerdings so etwas, wie eine von Danger Mouse getunte Variante eines The Shins Albums. Das ist natürlich alles anderes als schlecht, aber auch an keiner Stelle wirklich zwingend. Eine Empfehlung für The Shins Fans ist Broken Bells aber natürlich allemal.

Rating: ★★★☆☆
Broken Bells

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