Rezensionen

Broken Bells – After The Disco

Broken Bells - After The Disco

Vier Jahre ist es mittlerweile her, dass Broken Bells, das Duo aus Brian Burton alias Danger Mouse und The Shins Frontmann James Mercer ihr erstes gemeinsames Album „Broken Bells“ veröffentlicht haben. Eine Kooperation, die damals besonders die Indie-Szene in Verzückung versetzte und auch live zu überzeugen wusste. Vom Stil her erweiterte es vor allem den The Shins Sound um eine etwas elektronischere, groovigere Note, ohne sich jedoch allzu weit vom Stil der Indie-Popper zu entfernen.

Kurz nach der Zusammenarbeit trennten sich die Pfade erst einmal wieder. The Shins veröffentlichten mit „Port of Morrow“ fünf Jahre nach „Wincing the Night Away“ endlich wieder ein Album. An den Erfolg des Vorgängers konnten sie zwar nicht ganz anknüpfen, über mangelnde Verkaufszahlen und schlechte Besucherzahlen bei Konzerten konnten sie sich natürlich dennoch nicht beschweren. Brian Burton nutzte die Zeit parallel für Produzententätigkeiten unter anderem für Norah Jones, Portugal. The Man, U2, The Black Keys und Frank Ocean. Im letzten Jahr fand sich das Duo dann wieder zusammen und spielte das zweite gemeinsame Album „After The Disco“ ein, das Brian natürlich wieder selbst produzierte.

Den Promoaufwand haben Broken Bells dieses Mal noch ein wenig mehr hochgefahren und das Album seit dem letzten Herbst mit Kurzfilmen angekündigt, in denen jeweils Anton Yelchin, den ihr sicherlich als Pavel Chekov aus den neuen Star Trek Filmen kennt, sowie Kate Mara aus House Of Cards, zu sehen waren. Mit Unterstützung durch Hollywood-Prominenz kennt sich gerade James Mercer ja schon aus, da passt es also, dass dieses Mittel auch bei Broken Bells zum Einsatz kommt. Musikalisch scheint sich dieses Mal jedoch vor allem Dance und Elektro Experte Brian Burton durchgesetzt zu haben. So klingt „After The Disco“ nämlich vor allem nach dem, was der Titel verrät, nämlich nach dem Soundtrack für den Morgen nach einer Partynacht. Im Opener „Perfect World“ ist das in einer Mischung aus leichtfüßiger The Shins Popmelodie mit glitzernden Synthieflächen und elektronischen Spielereien umgesetzt. Ein sechs Minuten langes Mid-Tempo Stück mit leicht melancholischem Unterton. Gerade letzteres zieht sich wunderbar erfrischend durch das Album. Teils süßliche Pop- und Discomelodien mit einer gekonnten Prise Melancholie verleihen „After The Disco“ die nötige Tiefe und sorgen dafür, dass selbst der Titeltrack mit seiner ziemlich klischeehaften Discomelodie und dem Falsett von James Mercer noch irgendwie packend gerät.

Neben Discoklängen gibt es dann auch ein paar richtige Ruhepole, wie die Popballade „Leave It Alone“, die so auch auf einem The Shins Album als Interlude hätte stattfinden können. Ein echtes Highlight des Album ist das verspielte „No Matter What You’re Told“, bei dem die Band Nate Walcott von den Bright Eyes als Gast begrüßen durften. Ein toller Popsong mit eingängiger Melodie und schönen Rhythmuswechseln. Trotz gekonnter Umsetzung und abwechslunsgreichem Sound bleiben die echten Highlights leider doch rar gesät, ohne dass der Discosound von „After The Disco“ je so richtig zünden will.

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Discussion

  1. […] ersten gemeinsamen Album “Broken Bells” veröffentlichten Broken Bells letzte Woche mit “After The Disco” ihren nunmehr zweiten Streich. Das Duo aus Brian Burton alias Danger Mouse und The Shins Frontmann […]

    Posted by Broken Bells – Video zu “Holding On For Life” | WhiteTapes | Februar 6, 2014, 11:43 am

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